Belastungshöhe und -dauer bestimmen die Höhe der arbeitsbedingten Belastung. Teilzeit mindert die Belastungsdauer und somit die Belastung. Teilzeitarbeit kann präventiv wirken, aber auch den Einsatz gesundheitlich sowie situativ beeinträchtigter Mitarbeiter unterstützen.

Im Schichtbetrieb lässt sich Teilzeit umsetzen durch

— die Verkürzung der Arbeitseinsätze und/oder

— die Reduzierung der Anzahl der wöchentlichen Einsätze.

Beim sogenannten „Job-Sharing“ teilen sich beispielsweise zwei Mitarbeiter eine Vollzeitschicht. Meist werden lange Frühund Spätschichten in zwei gleiche Teilzeitschichten geteilt, zum Beispiel kurze Frühschicht 1 und 2. Es sind jedoch auch andere Aufteilungen möglich. Job-SharingArbeitsplätze sind beliebig mit Vollzeitarbeitsplätzen kombinierbar. Es lassen sich jedoch auch ganze Schichtgruppen aus Teilzeitmitarbeitern bilden. Je nach den persönlichen Randbedingungen können die Mitarbeiter immer die gleiche Teilzeitschicht leisten oder diese mit dem Partner regelmäßig tauschen.

Teilzeitsystem mit 30 Stunden Wochenarbeitszeit für die Mitarbeiter A1 bis A5

Alternativ lässt sich Teilzeit im Schichtbetrieb auch mit weniger wöchentlichen Einsätzen verwirklichen. Die obige Abbildung verdeutlicht dies am Beispiel eines Schichtplans für eine 5-Tage-Woche mit Früh-, Spätund Nachtschicht. In den Gruppen A, B und C arbeiten je zehn Mitarbeiter. Die Mitarbeiter der Gruppe A sind einzeln dargestellt. Die Mitarbeiter A6 bis A10 arbeiten in Vollzeit mit einer Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden. Die Mitarbeiter A1 bis A5 besetzen zusammen vier Arbeitsplätze. Für sie ergibt sich eine 4-Tage-Woche mit einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. Insgesamt dauert es in dieser Konstellation 3 x 5 = 15 Wochen, bis die freien Tage gleichmäßig über alle Mitarbeiter der Teilzeitgruppe verteilt sind. Die freien Tage können auch anders als dargestellt verteilt werden. Alternativ könnten einzelne oder alle Mitarbeiter auch immer an den gleichen Tagen frei haben, sofern dies für die Einzelnen passend ist.

Auch andere Arbeitszeiten können „eingestellt“ werden, beispielsweise 25 Stunden für drei Mitarbeiter und zwei Arbeitsplätze. Solche Lösungen sind grundsätzlich für alle Betriebszeiten möglich. Sie sind einfach mit bestehenden Schichtsystemen kombinierbar.

Je nach benötigter Betriebszeit und der Anzahl der Gruppen ergibt sich für jeden Schichtplan eine ganz bestimmte durchschnittliche Wochenarbeitszeit (WAZ), die wie folgt berechnet wird:

Um die arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen umzusetzen, sind in der Regel vier oder mehr Schichtgruppen erforderlich. Dadurch können niedrige Wochenarbeitszeiten entstehen, die viele tariflich vereinbarte Wochenarbeitszeiten unterschreiten. Dann müssen die Mitarbeiter meist zusätzliche Einbringschichten leisten, um das Arbeitszeitdefizit auszugleichen. Manchmal sind die Einbringschichten aus betrieblicher Sicht unbedingt erforderlich und beispielsweise für Vertretungseinsätze fest eingeplant. Ist dies nicht der Fall, lassen sich mit wenig Aufwand Wahlarbeitszeitsysteme einrichten. Die Mitarbeiter können darin ihre vertragliche Arbeitszeit in einem definierten Rahmen regelmäßig oder ständig wählen.

Die ThyssenKrupp Rasselstein GmbH in Andernach praktiziert ein Wahlarbeitszeitsystem. Die Mitarbeiter arbeiten vollkontinuierlich 21 Schichten/Woche mit fünf Schichtgruppen. Die resultierende Wochenarbeitszeit beträgt 31,5 Stunden. Die Differenz zur tariflichen Arbeitszeit von 35 Stunden können die Mitarbeiter in Form von 21 zusätzlichen Einbringschichten im Jahr ausgleichen. Wahlweise können sie ihre Wochenarbeitszeit auch auf 34, 33 oder 32 Stunden verkürzen, bei angepasster Vergütung und entsprechend weniger Einbringschichten. Die meisten Mitarbeiter machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Am 1. Januar 2013 hatten 77 Prozent eine Wochenarbeitszeit von 32 Stunden und 15 Prozent eine Wochenarbeitszeit von 33 Stunden gewählt (May 2013).

Nach diesem Prinzip kann Wahlarbeitszeit grundsätzlich für alle Betriebszeiten eingerichtet werden. Voraussetzung ist, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit des Schichtplanes die vertragliche Wochenarbeitszeit unterschreitet.

Schichtplan für vollkontinuierlichen Betrieb mit 5 Schichtgruppen