Materialproduktivität im Handwerk

Kapitel: Einführung

Wie lassen sich Energie und Materialien noch sparsamer einsetzen? Diese Frage wird angesichts hoher und schwankender Material- und Energiepreise derzeit heiß diskutiert. Auch für viele Handwerksunternehmen ist das ein wichtiges Thema! Denn sie verarbeiten täglich große Mengen hochwertiger Materialien. Den Materialverbrauch zu senken führt deshalb in der Regel zu erheblichen Einsparungen. Materialeffizienz zielt deshalb nicht nur auf die Schonung der natürlichen Ressourcen ab, sondern ist ebenso ein Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der produzierenden Wirtschaft, insbesondere des Mittelstandes.

Beim Material ansetzen lohnt sich! Wie groß die Einsparpotenziale tatsächlich sind zeigt ein Blick auf die Kostenstruktur im Handwerk! Denn die Materialkosten machen hier mit etwa 40 Prozent einen großen Anteil an den Gesamtkosten aus. Relativ kleine Einsparungen können deshalb bereits eine große Wirkung erzielen! Welche Bedeutung Materialeffizienz für den einzelnen Betrieb hat, variiert allerdings stark. In verarbeitenden Branchen, etwa bei Fleischern oder Tischlern, spielen sie eine wesentlich größere Rolle als im Friseurhandwerk oder bei der Gebäudereinigung.

Zudem zeigt die Praxis: Es sind meist noch erhebliche Einsparmöglichkeiten vorhanden! Erfahrungen aus dem Beratungsprogramm VerMat machen die Potenziale deutlich. Mit Hilfe externer Berater konnten die teilnehmenden Unternehmen ein durchschnittliches Einsparpotenzial von immerhin 2,1 Prozent des Jahresumsatzes ermitteln. Und ebenfalls wichtig fürs Handwerk: Je kleiner der Betrieb desto größer die prozentuale Einsparsumme!

Besteht in Ihrem Unternehmen Handlungsbedarf? Erste Hinweise auf unnötige Verschwendungen liefert ein Blick auf

  • die Sauberkeit und Ordnung im Unternehmen,
  • die Häufigkeit von Retouren und Reklamationen oder
  • die Menge und die Sortierung der Abfälle.

Machen Sie sich klar, welche Verluste dadurch für Sie entstehen. Auch scheinbar kleine Materialverluste können sich auf die Dauer zu erheblichen Kosten summieren. Denn nicht nur das verschwendete Material, auch die damit einhergehenden unnötigen Aufwendungen für Abfälle, Energie und Arbeitszeiten kosten Sie bares Geld.

Abbildung 1: Einsparpotentiale in % vom Jahresumsatz gestaffelt nach Umsatzgröße(© Nach Schmidt, M. / Schneider, M. (2010) - Privat/Non-kommerziell)