„Zukunftsfähige Nachfolge“ ist eine von vier Kategorien, in denen sich Unternehmen um den Hessischen Gründerpreis bewerben können. 2019 wurde diese Kategorie eingeführt, denn Unternehmensnachfolge wird immer wichtiger. Elisabeth Neumann, Projektleiterin für den Hessischen Gründerpreis bei KIZ SINNOVA Gesellschaft für soziale Innovationen gGmbH berichtet uns über die Relevanz des Themas Nachfolge.

Frau Neumann, welche Bedeutung hat das Thema Nachfolge beim Hessischen Gründerpreis?

In den kommenden Jahren stehen Tausende Betriebe zur Übergabe an, davon sind Hundertausende Arbeitsplätze betroffen. Deshalb wollen wir mit dem Hessischen Gründerpreis „Zukunftsfähige Nachfolgen“ belohnen und ins Licht der Öffentlichkeit bringen. Die Idee dazu kam aus unserem Initiativkreis, insbesondere von den Kammern (IHKs und HWKs) und der Bürgschaftsbank Hessen (BBH). Unser Ziel ist es, positive Beispiele sichtbar zu machen und zu zeigen, wie erfolgreich Gründerspirit in bestehende Unternehmen eingebracht werden kann.

Welche Angebote und Unterstützungsleistungen zum Thema Nachfolge bieten Sie an? 

Unsere Preisträgerinnen und Preisträger profitieren von sehr hoher Medienaufmerksamkeit. Viele Zeitungen, Radio- und TV-Sendungen berichten über den Preis und die Unternehmen, die ihn erhalten. Außerdem erhalten die zwölf Unternehmen im Finale einen professionellen Unternehmensfilm. Und sie profitieren von hochwertigen Netzwerkkontakten sowie exklusiven Trainings und Coachings. 

Welche besonderen Herausforderungen müssen beim Nachfolgeprozess Ihrer Meinung beachtet werden?

Wir hören von Teilnehmerinnen und Teilnehmern oft, dass Unternehmensnachfolge wie eine Gründung ist – deshalb zeichnen wir sie auch aus. Eine Nachfolgeregelung ist ein langer Prozess, bei dem sich zwei Seiten treffen und kennenlernen müssen. Für externe Übernehmerinnen oder Unternehmer ist es eine spannende Alternative zum Angestelltenjob. Bei Nachfolge in der Familie ist oft das Thema „Loslassen“ der abgebenden Generation problematisch. Wer einen Betrieb übernimmt, kauft einen bestehenden Marktzugang und hat oft leichtere Finanzierungsbedingungen. Aber auch besondere Herausforderungen, die eine Neugründung nicht hat: Übernehmer und Übernehmerinnen beginnen etwa nicht mit einem weißen Blatt, sondern müssen sich oft mit schwierig zu verändernden, festen Strukturen auseinandersetzen.

Welche fachlichen Inhalte vermitteln Sie im Wettbewerb?

In Trainings während der Bewerbungsphase geht es um Präsentationstechniken. Bei unserer Veranstaltung am 15. September 2021 können sich Abgebende und Nachfolgende kennenlernen. Unsere Expertinnen und Experten aus IHK, HWK, Sparkasse jumpp und BBH bieten ein hochwertiges unterstützendes Netzwerk, beispielsweise zu den Themen Finanzierung oder Know-How und öffnen ihre Netzwerke. 

 

In eigener Sache: Das RKW Kompetenzzentrum ist seit 2021 Netzwerkpartner des Hessischen Gründerpreises und ist mit Prof. Dr. Simone Chlosta im Initiativkreis und somit in der Jury vertreten. Bis zum 21.Juni 2021 können sich Unternehmen, Gründerinnen und Gründer für den Wettbewerb 2021 hier bewerben.

Aus der Praxis für die Praxis

Im Rahmen der Initiative "Unternehmensnachfolge - aus der Praxis für die Praxis" des BMWi fördern 30 Modellprojekte Unternehmensnachfolge.

Hier informieren!

Julia Schauer Gründung / Referentin

06196 495-2824
Julia Schauer