Europäischer Unternehmensförderpreis

Der Europäische Unternehmensförderpreis (European Enterprise Promotion Awards, kurz: EEPA) der Europäischen Kommission prämiert herausragende Leistungen von Behörden und öffentlich-privaten Partnerschaften zur Förderung von Unternehmergeist und Unternehmertum in Europa. Nationale, regionale oder lokale Behörden, Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsorganisationen sowie öffentlich-private Partnerschaften aus allen EU-Mitgliedsstaaten einschließlich Island, Norwegen, Serbien und der Türkei können am europäischen Wettbewerb teilnehmen. Insgesamt bewerben sich jedes Jahr rund 350 Organisationen bzw. Projekte für die nationalen Vorentscheide. Etwa 30 davon qualifizieren sich für den Wettbewerb auf europäischer Ebene.

Wettbewerbskategorien

Die Wettbewerbskategorien orientieren sich an den Prioritäten des europäischen Small Business Act. Bewerbungen sind in sechs Kategorien möglich:

Kategorie 1 – Förderung des Unternehmergeistes: Würdigt Initiativen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, die eine unternehmerische Einstellung, insbesondere unter jungen Menschen und Frauen, fördern.

Kategorie 2 – Investitionen in Unternehmenskompetenzen: Würdigt Initiativen auf regionaler, lokaler oder nationaler Ebene, die unternehmerische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten und Kenntnisse verbessern.

Kategorie 3 – Verbesserung der Geschäftsumgebung: Würdigt innovative Strategien auf regionaler, lokaler oder nationaler Ebene, die Unternehmensgründungen und -wachstum fördern, gesetzliche und verwaltungstechnische Verfahren für Unternehmen vereinfachen und das Prinzip "Klein anfangen" zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen umsetzen.

Kategorie 4 - Förderung der Internationalisierung der Wirtschaftstätigkeit: Würdigt Strategien und Initiativen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, die Unternehmen und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ermutigen, stärker von Chancen in Märkten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union zu profitieren.

Kategorie 5 - Förderung der Entwicklung von grünen Märkten und von Ressourceneffizienz: Würdigt Strategien und Initiativen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, die den Zugang von KMUs zu grünen Märkten fördern und ihnen helfen, ihre Ressourceneffizienz zu steigern, z.B. durch die Entwicklung von Öko-Kompetenzen und Matchmaking sowie Finanzierung.

Kategorie 6 - Verantwortungsvolles und integrationsfreundliches Unternehmertum:Würdigt nationale, regionale und lokale Initiativen von Körperschaften und öffentlich-privaten Partnerschaften, die soziales Verantwortungsbewusstsein von kleinen und mittleren Unternehmen fördern. Diese Kategorie erkennt auch Bestrebungen an, den Unternehmergeist unter benachteiligten Gruppen, wie Arbeitslosen, insbesondere Langzeitarbeitslosen, Behinderten oder Menschen, die ethnischen Minderheiten angehören, zu fördern.

Wettbewerbsverfahren

Es handelt sich um einen zweistufigen Wettbewerb. Deutschland nominiert im Rahmen eines vorgeschalteten nationalen Auswahlprozesses zwei Kandidaten, die anschließend am Wettbewerb auf europäischer Ebene teilnehmen. Das RKW Kompetenzzentrum führt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) seit 2012 den deutschen Vorentscheid des Wettbewerbs durch. Eine hochkarätige Jury der Europäischen Kommission bestimmt die europäischen Finalisten in den sechs Wettbewerbskategorien. Auf der alljährlichen SME Assembly werden die Sieger verkündet und geehrt: In jeder Kategorie gibt es einen europäischen Sieger, darüber hinaus vergibt die europäische Jury den Großen Preis der Jury für die Initiative aus einer beliebigen Kategorie, die als kreativster und besonders inspirierender Beitrag zur Förderung des Unternehmertums angesehen wird.

Gewinn

Alle Kandidaten, die von ihrem Land für den Europäischen Unternehmensförderpreis nominiert werden, werden zur Preisverleihung auf der SME Assembly eingeladen. Vor Ort erhalten sie ein Zertifikat der EU-Kommission und haben die Möglichkeit, sich mit Politikern, Vertretern von Verbänden und Institutionen sowie spannenden Projekten aus ganz Europa auszutauschen. Außerdem werden sie europaweit bekannt gemacht und ins Rampenlicht gerückt: Informationen über die Initiativen aller nominierten Bewerber werden auf der europäischen Website des Europäischen Unternehmensförderpreises veröffentlicht. Die europäischen Sieger erhalten nicht nur einen Preis, sondern werden auch für ihre Kreativität und die erfolgreiche Umsetzung ihres Projekts gewürdigt. Sie können in der gesamten Europäischen Union eine Vorbildfunktion übernehmen. Das RKW Kompetenzzentrum veröffentlicht jedes Jahr eine Broschüre, die die zehn besten deutschen Bewerber öffentlichkeitswirksam als Beispiele guter Förderpraxis darstellt. Die Broschüre wird in gedruckter Form und online verbreitet. Außerdem werden die deutschen TOP 10 auf www.europaeischer-unternehmensfoederpreis.de präsentiert.

Teilnahmeberechtigte

Bewerben können sich lokale, regionale und nationale Behörden und Institutionen, die seit mindestens zwei Jahren mit neuartigen Maßnahmen nachweisbar zur Entwicklung eines unternehmerischen Umfeldes, zur Stärkung unternehmerischer Initiative und zu verantwortlichem Handeln bei Unternehmen und Verwaltungen beigetragen haben.

Angesprochen sind:

·         Gemeinden, Städte, Regionen, Bundesländer,

·         öffentlich-private Partnerschaften zwischen Behörden und Unternehmen,

·         Wirtschaftsorganisationen und

·         Bildungseinrichtungen.

Auch Organisationen, die in den vergangenen Jahren an dem Wettbewerb teilgenommen haben, sind eingeladen, sich mit einer aktualisierten Bewerbung erneut zu beteiligen.

Aktuelles

Herzlichen Glückwunsch an „Netzwerk mit Courage – Gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung!“. Die Siegerinitiative des deutschen Vorentscheids zum Europäischen Unternehmensförderpreis hat es ins Finale der European Enterprise Promotion Awards geschafft. Insgesamt gingen in diesem Jahr 343 nationale Bewerberbeiträge in den 31 teilnehmenden Ländern ein. Aus den 57 Gewinnerbeiträgen der einzelnen Länder wählte  eine hochkarätige Jury der Europäischen Kommission die Shortlist mit 18 Finalisten des internationalen Wettbewerbs. Ob „Netzwerk mit Courage“ den Preis in der Kategorie „Verantwortungsvolles und integrationsfreundliches Unternehmertum“ gewinnen wird, erfahren wir bei der Bekanntgabe und Siegerehrung auf der SME Assembly in Bratislava am 24. November. Wir drücken die Daumen!

>> Bei Fragen zum Europäischen Unternehmensförderpreis wenden Sie sich gerne jederzeit an enterpriseaward(at)rkw.de oder rufen Sie an: 06196 495 2820.

>> Weitere Informationen finden Sie auch unter www.europaeischer-unternehmensfoerderpreis.de

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