Wir haben jetzt Experten (die Azubis) für das Projekt

Veröffentlicht: 05.06.2019

Zusammenfassung: Das Digiscout-Team einer Schreinerei digitalisiert die Kommissionierung und wird dadurch zum Experten-Team im Unternehmen.

Zwei Tischlerlehrlinge und ein Azubi zum Technischen Produktdesigner bildeten das Digiscout-Team bei der Karl Westermann GmbH & Co.KG, einem Schreinerspezialisten für Systemlösungen und individuellen Möbel- und Objektbau.

Bei ihrer Suche nach Digitalisierungspotential durchforsteten die Drei das Unternehmen nach Potentialen und Ideen. Einblicke gab es in alle Bereiche – ob kaufmännisch, technisch, Montage oder Fertigung. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, eine sehr gute Ausbildung anzubieten – und da gehört es dazu, bei solchen Projekten mitzumachen. Meike Deuschle, Geschäftsführung.

So kamen die Westermann-Azubis auf vier Ideen: eine Lagerverwaltungssoftware für das Werkzeug, ein Feedback-System für mehr Transparenz im Prozess und frühzeitiger Information über Fehlentwicklungen, eine Montage-App, die es ermöglicht, Aufträge digital zu verwalten, und die Digitalisierung des Warenausgangsprozesses.  Wenngleich die Azubis nur eine der vier Ideen im Projekt umsetzen konnten, waren die anderen drei Ideen nicht gänzlich vom Tisch.

Wir haben eine Liste, auf der wir grundsätzlich gute Ideen sammeln. Wir erhalten zum Beispiel viele Anfragen für Bachelor- oder Masterarbeiten, dann nutzen wir diese Liste – und da sind nun auch die Ideen der Azubis mit drauf. Tim Westermann, Mitglied der Geschäftsführung.

Digiscout-Projekt wurde die Idee Digitalisierung des Warenausgangsprozesses – eine Schnittstelle zwischen Projektleitern, Fertigungsmitarbeitern, Monteuren und Logistikern. Täglich fahren die Kollegen auf Montage und entsprechend dazu packen die Logistiker die Paletten. Verpackt wird alles von der Mini-Schraube bis hin zu hauseigenen gefertigten Trennwänden, Schranksystemen oder Objekteinrichtungen – und das auch noch als Serien oder Maßanfertigungen.

Für die Logistiker bedeutet das höchste Genauigkeit beim Packen und Kommissionieren – damit auch nichts vergessen wird und die Monteure und Bauleiter vor Ort den Überblick behalten. Gearbeitet wurde bisher mit Kommissionierlisten – auf Papier. Echtzeit-Status war dabei unmöglich, die Kollegen aus der Logistik und Montage mussten – wollten sie auf Nummer sicher gehen – immer wieder die Listen von den Projektleitern prüfen lassen. Dass dies viel Zeit und Energie kostete, ist selbstverständlich.

 

Ein Schritt nach dem anderen

Die Idee der Azubis, den analogen Prozess der Kommissionierung digital zu fassen – sprich im ERP-System zu integrieren und somit auch zu mehr Transparenz im Warenausgangsprozess beizutragen – war keinesfalls eine leicht umsetzbare. Gemeistert haben die Drei es dennoch, es blieb sogar noch genug Zeit für einen ersten Testlauf im Unternehmen. Parallel fanden Schulungen der Mitarbeiter durch die Azubis statt.

Das war schon genial, vor allem, dass die Lehrlinge den Gesellen die neuen Abläufe erklären. Tim Westermann, Geschäftsführung.

 

Heute finden die Logistiker die Kommissionierlisten im ERP-System über die Auftragsnummer. Mit einem Handscanner werden die einzelnen Packstücke erfasst und direkt verbucht. Das ganze Kollegium, vor allem aber die Projektleiter und Monteure, sehen so in Echtzeit, wie weit der Kommissionierprozess fortgeschritten ist. Auf die Frage, was den Azubis am Meisten Spaß gemacht hat, antworteten diese: 

dass uns ,Azubis‘ das volle Vertrauen entgegengebracht wurde, wir unsere Idee umsetzen konnten und vor allem, dass das Projekt vollständig umgesetzt wurde. Azubi-Team Westermann