Väterfreundlich

Veröffentlicht: 11.11.2014

Zusammenfassung: Über 80 Prozent der 30-köpfigen Belegschaft beim Mittelständler Schönberger Stahlbau & Metalltechnik sind Männer. Montageeinsätze sind Alltag für sie. Aber Schönberger achtet darauf, dass Familie und Beruf trotzdem zu vereinbaren sind.

Auf den ersten Blick ist es für Familienväter wenig attraktiv, wenn sie – manchmal wochenlang und im Ausland – auf Montage müssen. Die Terminvorgaben bei der Fertigung von Stahlkonstruktionen bei Schönberger Stahlbau & Metalltechnik sind in der Regel sehr knapp bemessen. Die Stahlbauer, Monteure und Schweißer müssen teilweise rund um die Uhr arbeiten, auch an Wochenenden und Feiertagen. Zudem erwarten Kunden im Ausland für die Installation und Instandhaltung Personal vor Ort. Diese Arbeitsbedingungen erschweren es auch Schönberger, gut ausgebildete Spezialisten langfristig an den Betrieb zu binden. Zumal Wettbewerber im Einzugsgebiet von Schönberger den knappen Fachkräften scheinbar attraktivere Arbeitsbedingungen boten wie einer 35-Stunden-Woche und warme Werkshallen.

Lebensarbeitszeitkonten und familienbewusste Baustellenplanung

Schönberger wollte seine Bewährten Fachkräfte jedoch nicht verlieren und reagierte mit einer Reihe von Maßnahmen, um die Work-Life-Balance der Beschäftigten zu verbessern:

  • Während intensiver Montageeinsätze bauen die Beschäftigten Stundenguthaben auf, die einem Lebensarbeitszeitkonten gutgeschrieben und für bezahlte "Auszeiten" genutzt werden können.
  • Bei der Baustellenplanung wird die Familiensituation berücksichtigt: Auslandseinsätze übernehmen eher alleinstehende Monteure. Der Anteil alleinstehender Monteure im Betrieb beträgt gut ein Drittel, so dass die Personaldisposition gut funktioniert. Monteure, die Nachwuchs erwarten, werden ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat der Partnerin sogar ganz von Auslandseinsätzen freigestellt.
  • Das Unternehmen unterstützt die jungen Familien bei der Kindergartensuche und beteiligt sich an den Kinderbetreuungskosten. Wird das Kind eingeschult oder hat es Geburtstag, dann muss die oder der Beschäftigte ohne Anrechnung von Urlaubstagen "zwangsfrei" nehmen.
  • Im Notfall können die Kinder sogar mit in den Betrieb gebracht werden. Auf dem Betriebsgelände wurde extra ein Spielplatz gebaut und im Bürogebäude ist ein Spielzimmer vorhanden. Die Beschäftigten übernehmen abwechselnd den "Dienst im Spielzimmer", oft sogar die Chefin selbst.
  • Planungs-, Kalkulations- oder Konstruktionsarbeiten können bei Bedarf im Home-Office erledigt werden.

Der kaufmännischen Geschäftsführerin des 1962 gegründeten Familienbetriebs ist es wichtig, dass ihre Beschäftigten so viel Zeit wie möglich mit ihren Familien verbringen können:

"Familienfreundlich zu sein, kostet kaum Geld, aber der Nutzen fürs Unternehmen ist gewaltig."

Wertschätzung für den Alltag jenseits des Werktors

Schönberger beschränkt sich nicht auf die Familienväter und -mütter. Vielmehr wertschätzt die Geschäftsführung alle Beschäftigten gleichermaßen und will ihnen allen helfen, den Alltag jenseits des Werktors mit dem Job in Einklang zu bringen.

Beispielsweise die ledigen Monteure: "Sie können bestellen", was sie für einen vollen Kühlschrank brauchen. Wenn sie dann oft spät abends oder am Wochenende von den Auslandseinsätzen kommen, sind sie im Betrieb ihre Einkäufe bereitgestellt.

Mit solchen Maßnahmen sorgt das Unternehmen für ein gutes Betriebsklima. Bei Schönberger geht die Fluktuation gegen null, trotz attraktiver Arbeitgeber im nahen Umfeld. Der Krankenstand liegt bei niedrigen 1,8 Prozent. Die Konstanz in der Belegschaft bewirkt wiederum eine höhere Kundenbindung, da die hochspezialisierten Montageteams die Kundenaufträge personell zuverlässig erledigen können.
Zudem spricht sich herum, dass bei Schönberger Familienorientierung und Wertschätzung hoch gehalten werden. 30 Prozent mehr Initiativbewerbungen sprechen für sich.