Studieren auf Arbeitgeberkosten

Veröffentlicht: 29.09.2014

Zusammenfassung: Möglichkeiten zur Personalentwicklung gibt es viele. Mit einem Studium auf Kosten des Arbeitgebers fördert man beispielsweise nicht nur die Kompetenzen der Fachkräfte, sondern bildet auch seine eigenen Führungskräfte aus. Das kommt an!

Für die Walter und Partner GbR aus Tauberbischofsheim ist klar: Weiterbildungsinvestitionen müssen zielgerichtet erfolgen. Die strategischen Ziele des Unternehmens und die Interessen der Beschäftigten müssen dafür in Einklang gebracht werden. Dies auszuhandeln, sind Mitarbeitergespräche eine gute Gelegenheit, die der Ingenieurdienstleister nutzt. Daraus entsteht ein detaillierter Weiterbildungsplan. Damit will der Ingenieurdienstleister einerseits fachliches Wissen ins Unternehmen holen. Erklärtes Ziel ist aber auch, die Betriebsbindung und das Engagement für das Unternehmen zu verbessern. Denn es lohnt sich, Kompetenzen zielgerichtet weiterentwickeln und "nebenbei" die Fachkräfte an sich binden Kaum einer geht.

Wer junge, motivierte Studierende sowie Beschäftigte unterstützt, fördert auch langfristig das eigene Unternehmen."

begründet Geschäftsführer Edgar Kraft das Weiterbildungsengagement des Unternehmens.

Ein komplettes berufsbegleitendes Studium kann durchaus Ergebnis eines individuellen Weiterbildungsplans sein. Zwingende Voraussetzung für die Unterstützung ist eine möglichst große Praxisnähe der Studienvorhaben.
1991 finanzierte Walter + Partner erstmals einer Mitarbeiterin ihr Studium und seitdem fünf weiteren Beschäftigten. Die Studienvorhaben wurden so berufsbegleitend oder in Vollzeit ermöglicht und finanziert. Studiengebühren, Semesterbeiträge, Lernmittel oder Mietzuschüsse werden übernommen. Die Beiträge kommen aus einem beachtlichen jährlichen Budget von 350.000 Euro für die Entwicklung der 52 Mitarbeiter. Das Gehalt der Studierenden wird zudem während eines Vollzeitstudiums grundsätzlich weitergezahlt.

Vertrauen zahlt sich aus

Das Unternehmen gewährt diese Leistungen, ohne dass sich die Beschäftigten verpflichten müssen, nach dem Studium weiter im Unternehmen zu arbeiten, wie das sehr häufig der Fall ist. Vielmehr erhalten die Beschäftigten sogar eine Garantie, dass sie nach der Weiterbildungsmaßnahme weiterbeschäftigt werden.

Das Unternehmen vertraut darauf, dass die Förderung an sich und ein enger Kontakt zu den Studierenden die Bindung an das Unternehmen so stärken, dass sie keinen Wechsel anstreben. Über einen Mentor hält das Unternehmen den Kontakt zum Unternehmen, lädt auch diejenigen, die abwesend sind, zu Betriebsfeiern ein. Diese Unternehmensstrategie hat Erfolg: Obwohl die Beschäftigten unmittelbar nach dem bezahlten Studium den Arbeitgeber wechseln könnten, bleiben sie im Unternehmen. In den letzten 20 Jahren haben nur zwei Beschäftigte das Unternehmen ungeplant verlassen.

Von der vertrauensvollen Förderung profitiert die Walter und Partner GbR gleich mehrfach: Die Fachkräfte entwickeln betriebsnah ihre Kompetenzen weiter. Engagement und Motivation wachsen merklich. Es entsteht im Betrieb ein Art "Schneeballeffekt": Selbst diejenigen, die zunächst an einer umfangreicheren Weiterbildung uninteressiert waren, zeigen Interesse, sich beruflich weiterzuentwickeln. Und seit 20 Jahren besetzt das Unternehmen alle Führungspositionen aus den eigenen Reihen.