Speed-Dating mal anders

Wie ein Bauunternehmen in sieben Minuten potenzielle Azubis findet

Veröffentlicht: 03.11.2017

Projekt: Azubimarketing Bau

Zusammenfassung: Geeignete Azubis finden – für viele Unternehmen und Branchen eine Herausforderung! Darum greifen einige Betriebe zu ungewöhnlichen Mitteln, mit denen sie Jugendliche für eine Ausbildung begeistern wollen und letztlich auch überzeugen.

Eine hohe Erfolgsquote zur Gewinnung von neuen Azubis hat die Arnold Rückert GmbH – ein Heizungstechnik und Sanitärbetrieb aus Hamburg – bei Speed-Datings, die von den Schulen organisiert werden und zu denen das Unternehmen regelmäßig eingeladen wird. Hier treffen die Schüler und Unternehmen zusammen und haben die Gelegenheit, sich kurz kennenzulernen. "Das ist eine tolle Angelegenheit. Die Schulen leisten die komplette Vorarbeit", erzählt Andreas Schuhmann, Geschäftsführer der Arnold Rückert GmbH. Die Organisation wird von der Schule übernommen, sodass die Unternehmen nur die Schüler treffen, die auch Interesse an den entsprechenden Berufen haben.
Wie beim Speed-Dating für Singles, haben sie dann sieben Minuten Zeit, sich kennenzulernen. Außerdem können die Schüler in einer lockeren Atmosphäre mit den Firmenvertretern sprechen. "Der große Vorteil ist, dass die Schüler durch das Plaudern gar nicht merken, dass sie in einem Bewerbungsgespräch sind, nicht nervös werden, sondern ganz natürlich bleiben", so Schuhmann weiter. "Wenn es gut läuft, laden wir die Schüler in unser Unternehmen ein, um sich dann weiter zu unterhalten", ergänzt der Geschäftsführer. Die Bilanz dieser Speed-Datings kann sich sehen lassen: Sechs Azubis konnte die Firma so schon gewinnen.

Beim Einstellungsverfahren bleibt alles beim Alten

Trotz der ungewöhnlichen Azubisuche und des großen Engagements wird bei Rückert allerdings Wert auf ein klassisches Einstellungsverfahren gelegt. Das bedeutet, dass die Bewerber zunächst einmal einen Einstellungstest bestehen müssen, anschließend zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden und später ein Praktikum absolvieren. Diese Zeit nutzt der Betrieb, um sich den Bewerber anzusehen und ihn noch besser kennenzulernen. Auch der Schüler hat in dieser Zeit die Möglichkeit, zu prüfen, ob der Beruf zu ihm und seinen Begabungen passt – ein großer Vorteil: Er lernt so die Firma und den Arbeitsalltag kennen.

Ein wichtiger Imagegewinn für das Unternehmen sind außerdem die internen Azubistammtische, die regelmäßig durchgeführt werden, oder  kleine Events, die die Teamfähigkeit der Mitarbeiter stärken. Zudem werden für die Azubis Besichtigungen organisiert, bei denen sie etwas lernen und gleichzeitig Spaß haben. So werden sie automatisch zu Firmenbotschaftern, wenn sie im Freundes- und Familienkreis positiv darüber berichten. Damit steigert das Unternehmen nicht nur seinen Bekanntheitsgrad, sondern auch die Anzahl der Bewerbungen von potentiellen künftigen Azubis. 

Bei der Azubisuche müssen Unternehmen am Ball bleiben

Das besondere Engagement bei der Azubisuche hat sich nach und nach entwickelt. Wie bei vielen anderen Firmen auch, wurde es für das Unternehmen immer schwieriger, gute Auszubildende zu finden. Auch wenn schon gute Wege gefunden wurden, Azubis für das Unternehmen zu interessieren und zu gewinnen, soll dieses Engagement noch weiter ausgebaut werden.

Die Website der Arnold Rückert GmbH wurde schon überarbeitet, ein kleiner Imagefilm für Azubis ist dort bereits zu sehen. Am ersten Ausbildungstag soll künftig ein Einführungstag für die Azubis stattfinden. Außerdem möchte Rückert seine Lehrlinge bei den Prüfungsvorbereitungen mehr unterstützen. Weitere künftige Landes- und Bundessieger aus dem Unternehmen sind daher nicht auszuschließen.