Auf die Frage: „Was hat euch motiviert das Projekt weiter zu machen?“ antwortete mir Marco Bäuerle, Digiscouts®-Projektleiter und Auszubildender zum Elektroniker für Geräte und Systeme im dritten Lehrjahr: „Wir haben uns schon so viel Mühe gegeben und Zeit investiert, da wollten wir es auch bis zum Ende durchziehen. Als Team haben wir zusammengehalten und immer weiter gearbeitet. Sehr geholfen hat uns dabei auch immer wieder das positive Feedback und die Unterstützung von unserem Ausbilder, der hinter uns und dem Projekt steht. Trotz aller Schwierigkeiten hat es uns viel Spaß gemacht das Projekt selbstständig umzusetzen.“

Hartnäckigkeit zahlt sich aus!

Die Umsetzung eines Digiscouts®-Projekts lief nicht so einfach, wie die fünf Azubis sich das zum Projektbeginn dachten. Zwei Monate nach Projektbeginn erfuhren sie, dass ihre Projektidee hinfällig war. Die Abteilung, in der das Projekt umgesetzt werden sollte, hatte bereits eine andere Lösung gefunden. Also musste das Digiscouts®-Team der TESAT unverzüglich ein neues Projekt finden. Einfach war das nicht, da das Unternehmen schon sehr digitalisiert ist. Dennoch fanden sie die Projektidee „Anmeldung per Gesichtserkennung an den Gemeinschaftsrechner“ und erhielten dafür schnell das „GO“ von der Geschäftsleitung für die Umsetzung.

Die Ausgangslage sah wie folgt aus: Mitarbeitende, die einen kurzen Aufruf von Arbeitsunterlagen oder Informationen in das System eintragen wollten, meldeten sich mit ihrem Kürzel und Passwort am Gemeinschaftsrechner an und nach Erledigung wieder ab. Dies müssen viele Mitarbeitende häufiger am Tag machen. Ziel des Projektes ist es, den Anmeldeprozess durch die Gesichtserkennung am Computer auf einen Bruchteil der davor benötigen Zeit zu reduzieren. Das führt zu einer Erleichterung bei den Mitarbeitenden, da sie schneller ihre Aufgaben erledigen können. Zudem wird die Zeit am Computer verkürzt und somit gleichzeitig Geld im Betrieb gespart, denn die Mitarbeitenden können schneller weiter arbeiten.

Schwierige Projektlaufzeit

„Aufgeben war keine Option!“, sagte mir das Digiscouts®-Team während dem Abschlussgespräch. Für die Azubis war es nicht immer leicht. Es war sehr demotivierend für sie, als sie erfuhren, dass sie ihre erste Projektidee nicht umsetzen dürfen, da die Abteilung das anders löste.

Nachdem das neue Digiscouts®-Projekt feststand, machten sich die Azubis auf die Suche nach einer Hard- und Software. Sie fanden neben Windows Hello eine passende Infrarotkamera, die die Gesichter der Mitarbeitenden vor dem Computer scannt, erkennt und anschließend die Nutzung freigibt. Eine Halterung für die Kamera stellte einer der Digiscouts® selbst mit dem 3D-Drucker her. Das Team musste sich in diesem Zusammenhang viel mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen und mit dem Betriebsrat sprechen. Für jeden Mitarbeitenden erstellen sie in dem Windows-Programm ein Gesichtsprofil für die Benutzung. Daran arbeiten die Digiscouts® aktuell noch. Das Projekt wird in der Testphase erstmals an zwei Computern eingesetzt und soll, wenn es gut funktioniert und den Mitarbeitenden gefällt, auf die weiteren Gemeinschaftsrechner ausgeweitet werden. Zuvor erhalten die Kolleginnen und Kollegen eine persönliche Einweisung von den Azubis zu der Benutzung der Gesichtserkennung.

Positive Erkenntnisse

In der Projektlaufzeit konnten sie vor allem ihre Personal- und Sozialkompetenzen erweitern. Beispielsweise lernten sie auf diese Weise Problemlösefähigkeit und Kreativität noch einmal von einer anderen Seite kennen. Die fortentwickelnde Kommunikationskompetenz lernten sie in der Zusammenarbeit mit der Digitalisierungsabteilung. Diese zeigte den Azubis, wie sie mit der IT-Abteilung in Kontakt treten müssen, damit diese sie wahrnehmen. Doch nicht nur in diesem Bereich lernten sie dazu. Sie eigneten sich zudem weitere IT-Fertigkeiten an und erweiterten ihre betrieblichen Kenntnisse.