Personalarbeit mit den Mitarbeitern

Veröffentlicht: 29.12.2016

Zusammenfassung: Unkonventionell in der Organisation aber äußerst konsequent ist die Personalarbeit der Projektron GmbH aus Berlin. Gleich drei Preise erhielt sie beim BestPersAward 2015/16.

Die rund 90 Männer und Frauen bei der Projektron GmbH haben ihre Zusammenarbeit mit dem Segeln verglichen: Einer gibt den Kurs vor, die Crew unterstützt, weiß den Wind zu deuten und die Segel zur richtigen Zeit zu setzen. Sie ist für das Feintuning zuständig,  um noch schneller zu sein. Ein passender Vergleich, denn in der Bewerbung für den BestPersAward schreibt das Unternehmen:

Ohne seine Mitarbeiter wäre Projektron nicht das, was es heute ist: ein innovatives und erfolgreiches Softwareunternehmen.

Preisträger in der Kategorie "Strategie & Vision"

Folgerichtig kann Personalarbeit in diesem Berliner Unternehmen nicht "für" die Mitarbeiter gemacht werden sondern nur "mit" ihnen. Gleichwohl ist die Personalarbeit strategisch ausgerichtet und aus der Unternehmensstrategie abgeleitet. Für jedermann nachzulesen im Intranet, wird die Transparenz hergestellt, die der konsequenten Mitarbeiterorientieung entspricht. Intranet und Papier sind geduldig, aber Projektron überzeugte die Jury damit, wie Strategie & Vision im Unternehmen gelebt wird. Darum zeichnete sie die Projektron GmbH mit dem BestPersAward in der Kategorie „Strategie & Vision“ aus.

Schnelle Reaktion auf die Wünsche und Erwartungen eines jeden einzelnen sind essentiell, gerade in eine Branche, die den Fachkräftemangel schon deutlich spürt. Seitdem Projektron regelmäßig die Mitarbeiter befragt, habe man die Fluktuation senken können. Die flachen Hierarchien und kurze Wege tragen dazu bei, dass Projektron Maßnahmen schnell anpassen oder neue entwickeln kann. Neueste Maßnahme: das Angebot zum gemeinsamen gesunden Frühstück. Müslispender werden so Teil des Pakets für mehr Mitarbeiterzufriedenheit. Gesundheits- und Sportangebote, aber auch das gemeinsame Feiern über den Dächern Berlins sind weitere Bestandteile. 

Wohlfühlen steigert die Produktivität, unbestritten, entscheidend ist jedoch, dass die Mitarbeiter interessante, fordernde Aufgaben haben. In dem prozessorientierten Unternehmen kann ein Mitarbeiter in verschiedenen Projekten unterschiedliche Rollen einnehmen, abhängig von seinen Kompetenzen. 

Preisträger in der Kategorie "Personalentwicklung"

Die Kompetenzen rücken so ins Zentrum. Das Personalmanagement versteht sich selbst als "Enabler mit dem Ziel einer zufriedenen Belegschaft mit den aktuell passenden Kompetenzen". Entsprechend ist die Kompetenzentwicklung in der Personalstrategie verankert und sind Maßnahmen abgeleitet. Zum Beispiel sind Entwicklungspfade und daraus resultierende Einarbeitungspläne definiert. Diese werden kontinuierlich überprüft und verbessert. Es werden individuelle Weiterbildungspläne festgelegt, die sowohl die Wünsche des Mitarbeiters als auch die Unternehmensziele berücksichtigen. In halbjährlichen Mitarbeitergesprächen wird überprüft, inwieweit die geplante Entwicklung der Mitarbeiter erfolgreich erfolgt ist und diese Maßnahmen bei Bedarf angepasst. Jeder Mitarbeiter besucht mindestens fünf Tage pro Jahr Weiterbildungsveranstaltungen wie  externe Weiterbildung/Trainings oder interne teamübergreifende Weiterbildungen zu fachspezifischen Themen.  Und jeder Mitarbeiter beteiligt sich an der Wissensdatenbank im Intranet, hält dort sein Wissen fest und teilt es so mit anderen. Dafür erhält er die notwendige zeit. Arbeitsübergaben oder Vertretungen bei Abwesenheit sind so einfacher zu handhaben.

Die Jury begründet ihre Preisvergabe in dieser Kategorie an Projektron so:

Über diese klare Qualifizierungsstrategie mit der Definition von Maßnahmen und Messgrößen, gelingt es der Personalabteilung der Projektron GmbH einen messbaren und nachhaltigen Mehrwert zur Unternehmensentwicklung zu leisten.  

Preisträger in der Kategorie Generationenmanagement

Unterschiedliche Bedürfnisse folgen vor allem aus unterschiedlichen Lebensphasen. Die überwiegend junge Belegschaft befindet sich oft in der "Rushhour des Lebens" - der Arbeitgeber berücksichtigt dies. Flexible Arbeitszeiten sind für alle möglich,  Home Office oder Sabbaticals eingeschlossen. Die Vereinbarkeit von Job und Privatleben soll problemlos klappen - das ist Ziel Nr. 1 der Personalstrategie. Und Ziel Nr. 2 formuliert den Anspruch, die Mitarbeiter bei Familiengründung und -ausbau nicht allein zu lassen. Kinder sind jederzeit willkommen, Schwangerschaften werden begrüßt und sind ohne Einfluss auf das Arbeitsverhältnis oder die Entlohnung.

Bedarfsorientiert heißt auch, dass man sich jetzt intensiver mit Maßnahmen für ältere Mitarbeiter befassen wird: Bei einigen ist der Renteneintritt absehbar.

Herausforderung: Fachkräfte finden

Softwareentwickler sind Mangelware, darum legt Projektron so großen Wert auf eine möglichst gute Mitarbeiterbindung. Aber als wachsendes Unternehmen muss es auch rekrutieren. Die größten Erfolgsaussichten rechnet man sich bei den Studierenden aus: Zusammenarbeit mit vielen Hochschulen, Betreuung von Abschlussarbeiten und die Beschäftigung von zahlreichen Studierenden. Das ist nicht nur Nachwuchssicherung, sondern trägt produktiv zum Unternehmenserfolg bei: Ergebnisse von studentischen Arbeiten können schon mal Abläufe im Unternehmen verändern.