Nachhaltigkeit durch digitale Essensbestellungen

Veröffentlicht: 16.08.2019

Zusammenfassung: Ein digitalisierter Bestellvorgang für Essen wirkt nachhaltig und treibt den digitalen Wandel im Unternehmen voran.

Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und mehr Bewusstsein für die Umwelt – diese Vorsätze wurden zum Leitgedanken des Azubi-Trios der HEWI Heinrich Wilke GmbH. Im Projekt „Digitale Essensbestellung“ setzten ein Azubi zum Fachinformatiker und zwei Industriekaufmänner ihre Idee um und bewiesen, dass Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein mit Digitalisierung sehr wohl zusammengedacht werden können. Ohne Zweifel sind Ideen ein guter Anfang. Der Blick hinter die Kulissen verrät jedoch, wie maßgeblich individuelles Engagement, das fachliche Know-how und die akribische Organisation der Azubis zum Erfolg des Digiscout-Projekts beitrugen.

 Besonders wichtig ist das Abstimmen untereinander – sowohl mit den eigenen Teammitgliedern als auch mit allen weiteren Beteiligten. Nur so können effektive Lösungen gefunden und Fehler beseitigt werden. Azubi-Team HEWI.

Suchen – Finden – Überzeugen: Von der digitalen Idee zur Umsetzung

Bei ihrer Suche nach digitalen Möglichkeiten und Lösungen zur Veränderung sprachen die Azubis mit Kollegen aus der Verwaltung, dem Produktionswerk und der eigenen Werkskantine. Schritt für Schritt gewannen sie so neue Einblicke in das Alltagsgeschäft der Kollegen und erfuhren auch, was die Mitarbeiter am meisten beschäftigte und was sie sich an Veränderungen wünschten. Die Gespräche mit den Mitarbeitern verdeutlichten aber auch: Ideen sammeln ist eine Sache, eine Idee zu verwirklichen hingegen eine ganz andere. So stellten die Azubis schnell fest, dass so manch eine Idee zwar spannend klang, aber in ihrer Umsetzung zu komplex war.  

Gemeinsam mit dem RKW-Coach überprüften die Azubis, welche der gesammelten Ideen – in Form eines Digiscout-Projekts – realisierbar wären, und wählten drei aus. Diese präsentierten sie der Geschäftsführung. Darunter auch die Idee der Digitalisierung der Essensbestellung – mit dem vorrangigen Ziel, weniger Essen wegzuwerfen. Bis dato war es so, dass jeder Mitarbeiter sein Mittagsmenü direkt in der Kantine bestellte. Die größte Herausforderung für die Küche lag dabei stets in einer genauen Planung der Anzahl der Menüs sowie deren Verfügbarkeit. Die Durchschnittswerte, wie viele Gerichte pro Tag über die Theke gingen, waren hierbei nicht sonderlich hilfreich. Blieb doch stets ungewiss, wann im Zeitfenster von 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr und wie viele der Mitarbeiter kommen sowie welche Menüs wie häufig von der Belegschaft gewählt wurden. Häufiges Ergebnis dieser „Unplanbarkeit“ war, dass jene, die später zum Mittagessen gingen, nicht wirklich eine Auswahl hatten, sie mussten dann meist damit vorlieb nehmen, was noch übrig war. Spontane Fahrten zwischen Küche und Kantine – um den Mitarbeitern eine Menüauswahl zu ermöglichen – waren eine zusätzliche Belastung für das Küchenpersonal, die dem Ziel nicht immer Rechnung trugen. An anderen Tagen war es genau umgekehrt, es blieb viel zu viel Essen übrig und musste zum Bedauern aller entsorgt werden. Die Geschäftsführung staunte nicht schlecht bei allen drei Projektideen und deren Potenzial zur Verbesserung. Die Idee „Digitale Essensbestellung“ überzeugte aber am meisten. Ausschlaggebend waren die Argumente Nachhaltigkeit sowie die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit. Ohne zu zögern unterschrieb die Geschäftsführung den Projektauftrag und gab somit das „GO“ für dieses Digiscout-Projekt.

Das Ergebnis: Ein Benefit für alle

Heute wählen die Mitarbeiter im Voraus aus, was sie gerne essen möchten. Darüber hinaus können sie Essen für Gäste bestellen. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Essensbestellung dem Koch, die Anzahl der Menüs sowie der Touren zwischen Küche und Kantine insgesamt präziser zu planen.

Heute wird kaum noch Essen weggeworfen und statt drei Touren wird nur noch eine Tour gefahren, bestätigt das Azubi-Team HEWI.

Derzeit ist das Projekt noch in der Testphase. Das heißt, die Pilotierung findet aktuell in der Verwaltung statt. Hier verfügen alle Kollegen über einen Computer und können entsprechend ihre Bestellung digital aufgeben – das geht in der Produktion aktuell noch nicht. Sobald die Pilotierung abgeschlossen ist, wird das digitale Bestellverfahren auch in der Produktion eingeführt. Das Azubi-Team ist zuversichtlich, dass Ende 2019 alle Mitarbeiter der HEWI Heinrich Wilke GmbH ihr Essen digital bestellen werden.

Neben der gelungenen Kombination von Digitalisierung und Nachhaltigkeit verleiht die Tatsache, dass sich das Projekt „Digitale Essensbestellung“ bereits jetzt schon wirtschaftlich rechnet, dem Digiscout-Projekt auch einen gewissen betriebswirtschaftlichen Charme. Die Azubis haben nun ein ganz anderes Standing im Unternehmen, resümiert Ausbilderin Michele Klimek.