Mit der Videokamera durch die Ausbildungswerkstatt

Veröffentlicht: 14.06.2019

Zusammenfassung: Das digitale Know-how der eigenen Azubis ist die Zukunft eines jeden Unternehmens. Mit einem Digitalisierungsprojekt treten sie das digitale Zeitalter an.

Mit der Videokamera durch die Ausbildungswerkstatt

Digitalisierung: Neues Werkzeug, neue Möglichkeiten

„Ein wichtiger Bestandteil des Digiscout-Projektes ist, dass sich Azubis aus unterschiedlichen Berufen gleichzeitig mit einem Thema befassen – das ist Arbeit 4.0, das ist vernetztes Arbeiten. Damit gelingt es, Themen von verschiedenen Perspektiven aus zu betrachten und optimale Lösungen zu finden“, erklärte Heinrich Baumann, Geschäftsführender Gesellschafter von Eberspächer, bei der Abschlusspräsentation der Digiscouts in Esslingen. Genau dieser Herausforderung stellte sich das sechsköpfige Digiscout-Team der Eberspächer Climate Control Systems GmbH. Unter dem Motto „Büro triff Werkstatt“ kamen zwei kaufmännische und vier technische Azubis zusammen. Auf ihrer Suche nach Digitalisierungspotenzial lernten die Azubis so die Berufe der jeweils anderen sowie neue Bereiche im Unternehmen kennen. Dabei kamen sie auf die Idee, Lehr- und Erklärfilme (Tutorials) zu drehen. Eine mögliche Lernplattform – die JAKOB University – ist im Unternehmen bereits vorhanden.Einig waren sich die Sechs ebenfalls, dass alle vom Projekt profitieren, besonders aber die Azubis, Studenten und Ausbilder. Denn Ausbildung wird bei der Eberspächer Unternehmensgruppe großgeschrieben – ausgebildet wird in zehn unterschiedlichen Berufsbildern, ob kaufmännisch, oder technisch, sowie in acht dualen Studiengängen. 

Uns ist die Ausbildung – und damit meinen wir auch eine nachhaltige Nachwuchsförderung – sehr wichtig. Das ist ein entscheidender Teil unseres Unternehmensleitbildes. Volker Herb, Ausbildungsmeister.

Besonders ist die Projektidee „Lernfilme“ auch deshalb, weil sie Analoges und Digitales vereint.

Ein QR-Code an jeder Maschine ermöglicht es, jederzeit den entsprechenden Lehrfilm über Tablets abrufen und anschauen zu können - so das Eberspächer Digiscout-Team.  

Von der Idee zur Praxis: Kein einfacher Weg

Für das Digiscout-Team stand die Projektidee „Lehrfilm“ fest. Nun galt es noch die Geschäftsführung davon zu überzeugen – und in das Projekt zu investieren. Denn die Ausarbeitung der Idee zeigte schnell, dass es dieses in sich hatte. So war einerseits Equipment wie Kamera und Software nötig. Andererseits galt es zu klären, über welches Programm QR-Codes generiert werden könnten – aufgrund interner Datenschutzbestimmungen war die Nutzung kostenfreier QR-Code-Generatoren aus dem Netz nicht möglich. Ferner galt es, Drehbücher zu schreiben. Bevor es also mit den Dreharbeiten so richtig losgehen konnte, mussten die Digiscouts noch einen genauen Kosten- und Zeitplan schreiben. Gelohnt haben sich die Mühen allemal. Mit dem „Go“ der Geschäftsführung machten sich die Azubis an die Arbeit. Immerhin gab es eine Menge zu tun und der Countdown bis zur Abschlusspräsentation lief. Am Ende der Projektlaufzeit konnte sich das Ergebnis sehen lassen. Die sechs Eberspächer Azubis hatten einige Erklärvideos im Repertoire, die sie stolz präsentieren konnten. Einige davon waren selbst gezeichnet, die anderen gedreht. Und auch die Idee mit den QR-Codes ging auf.

Gelernt haben die sechs Azubis, wie wichtig klare Kommunikation und Aufgabenverteilung sowie ein genaues Zeitmanagement und Projektorganisation ist, vor allem wenn man aus unterschiedlichen Bereichen kommt. Und damit dies auch erfolgreich gelang, hatte Ausbildermeister Volker Herb stets alles im Blick. Sein Fazit:

Selbständig ein Projekt umzusetzen heißt ja nicht, die Azubis sich komplett selbst zu überlassen, sondern sie da, wo sie es brauchen, zu begleiten. Ich kann sie ja nicht einfach allein zur Geschäftsführung schicken. Da muss man schon mit dabei sein und ihnen den Rücken freihalten.   Letztlich ist es die Kunst eines Ausbilders, ein solches Projekt zu begleiten: Also genau abzuwägen, wann man die Azubis machen lässt und wann nicht.