Lernpartnerschaften

Veröffentlicht: 16.09.2014

Zusammenfassung: Verlässt ein wichtiger Wissensträger ein Unternehmen, geht substanzielles Know-how häufig mit ihm, denn vieles steht eben nicht in Handbüchern und Anweisungen. Gezielter Wissenstransfer hilft, dass die Erfahrungen weitergegeben werden

 

 

 

Erfahrungswissen sichert das Geschäft mit historischen Messinstrumenten: Bis zu sechs Monate arbeiten eine Nachwuchs- und  eine erfahrene Fachkraft bei der Wilhelm Lambrecht GmbH zusammen. So werden Erfahrungen der älteren Fachkräfte aus bis zu 45 Jahren Betriebszugehörigkeit weitergegeben.

Das Unternehmen stellt seit 1859 klimatologische Messinstrumente her, mit denen Wind, Niederschlag oder Temperatur gemessen werden. Seit der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die Produktionsverfahren nur wenig geändert.  Aktuelle Ausbildungsgänge und Weiterbildungen vermitteln die benötigten Kompetenzen jedoch nicht mehr.  Denn zu selten werden diese Kompetenzen von der Wirtschaft nachgefragt, zu speziell sind die Produkte. Das Unternehmen befürchtete, dass mit dem Ruhestand einiger älterer Beschäftigter wichtiges Know-how verloren gehen würde. So entstand die Idee der Lernpartnerschaften.

In den Lernpartnerschaften arbeiten jeweils eine Nachwuchs- und eine erfahrene Fachkraft zusammen. Dabei geht es um Arbeitsaufgaben aus den Bereichen Produktion, Klempnerei, Lackiererei, Vertrieb, Zollabwicklung oder Softwareumstellung. Bisher wurden bei der Wilhelm Lambrecht GmbH bislang drei solcher Lernpartnerschaften eingerichtet und haben sich bewährt: Die Jüngeren lernen viel von den erfahrenen Kollegen, die teilweise 45 Jahre im Unternehmen sind. So bleibt das Spezialwissen im Unternehmen. Aber auch die Älteren profitieren: Sie erfahren Neues und werden motiviert, ihre Lebens- und Berufserfahrung weiter zu geben.

Aber noch mehr: Miteinander von Alt und Jung verbessert sich und stärkt den Teamgeist in der Belegschaft.  So werden neben den langfristigen Tandems aus aktuellen Anlässen wie Kundenreklamationen auch kürzere Lernpartnerschaften initiiert: Dann erarbeitet ein Tandem Verbesserungsvorschläge, beispielsweise für den Produktionsprozess.

Gut begleitet ist die Lernpartnerschaft ein Gewinn für alle

Bei der Teamzusammensetzung wird auf die Wünsche der Betroffenen Rücksicht genommen, so weit das geht. Wichtig ist die Begleitung durch die Führungskraft. Sie führt vorab mit den Beteiligten ein Gespräch über Sinn und Ziel der Lernpartnerschaften und geht auch auf eventuelle Befürchtungen ein.  Im Zentrum dieses Motivationsgesprächs steht dabei das Betriebswohl. Für die Nachwuchskraft sind a eine schnelle Einarbeitung und Verantwortungsübernahme ausschlaggebend, , für die erfahrene Fachkraft die Übernahme einer Expertenrolle. Konflikte während der Lernpartnerschaft Konflikte sind meist im persönlichen Miteinander begründetet , so die Erfahrung des Unternehmens. Auch dann ist die Führungskraft gefordert. Durch ihre Mediation sind Reibungen meist schnell beizulegen.

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