Informationen auf der Lernplattform statt in Ordnern

Veröffentlicht: 30.09.2019

Zusammenfassung: Flexibles Lernen in der Ausbildungswerkstatt: Ein QR-Code an der Maschine wird gescannt und schon lassen sich entsprechende Lerninhalte, Unterweisungen oder Informationen auf der Lernplattform abrufen. Der Vorteil: Alle Inhalte sind gebündelt.

Lehrinhalte ab jetzt auf der digitalen Lernplattform

Bei der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH werden die Azubis aus dem gewerblich-technischen Bereich in einer Lernwerkstatt ausgebildet. Hier finden sie auch ausbildungsrelevante Informationsblätter, Bedienungsanleitungen, Muster und Zeichnungen. Was sie gelernt oder zu beachten haben, schreiben sie entweder vor Ort auf, oder fassen es im Nachgang zusammen. Die Lehrinhalte sind oft verschlossen und somit sind die Azubis immer von der Anwesenheit des Ausbilders abhängig, wenn sie etwas nachlesen wollen. Daran wollten die Auszubildenden etwas ändern. Die Lösung: eine digitale Lernplattform, auf der alle Lerninhalte jederzeit abrufbar sind.  

Wie könnte aber ein zu jeder Zeit flexibler Zugriff auf die Lernplattform aussehen? Mit dieser Frage startete das Azubi-Team: Eine IT-Systemelektronikerin im ersten Lehrjahr, ein Industriemechaniker im zweiten Lehrjahr und ein dualer Student zum Industriekaufmann und Wirtschaftsinformatiker. Die Antwort war einfach: mithilfe von bspw. QR-Codes an den Maschinen und Werkzeugen! Alle Auszubildenden könnten die Inhalte mit dem Smartphone oder dem Tablet  immer und überall aufrufen. 

Wir haben alles von Grund auf gebaut. Dazu mussten wir uns erst einmal darüber Gedanken machen, wo wir überhaupt hinwollen und welche Ziele wir verfolgen, so Janins Damm, dualer Student.

Herausforderungen im Digiscout-Projekt blieben nicht aus. So war es etwa schwierig, den Vorstand vom Projekt „Lernplattform“ zu überzeugen, später „alles unter einen Hut zu bekommen“ und sich die sechs Monate Projektlaufzeit so einzuteilen, dass alle Aufgaben bis zu einem bestimmten Termin fertiggestellt werden. Außerdem führten unterschiedliche Schultage und die Arbeit an verschiedenen Standorten manchmal zu Verzögerungen des Zeitplans, da die Kommunikation dadurch erschwert wurde. Eine weitere Hürde war der fehlende Zugriff auf einen PC der gewerblichen Auszubildenden, sodass sie höchstens einmal am Tag ihre Mails lesen konnten.

Azubiprojekt mit großem Lerneffekt

Das Azubi-Trio lernte durch das Digiscout-Projekt, wie sie Lerninhalte systematisch strukturieren und für eine Lernplattform aufbereiten müssen, wie sie eigenständig QR-Codes erstellen und wie wichtig Absprachen und die Selbstorganisation sind. Dabei wurde ihnen bewusst, wie elementar ein guter Zusammenhalt in einem Projekt ist.

Wir haben auf jeden Fall alle dazugelernt. Wir sind selbständiger geworden und wissen jetzt, was denn eigentlich alles hinter einem Projekt steht. Das war uns vorher gar nicht so bewusst. Wir haben auch ein besseres Zeitgefühl bekommen, resümiert Janins Weis, Azubi zum Industriemechaniker.

Wie geht es nach den Digiscouts weiter? 

Die Maschinen in der Ausbildungswerkstatt werden nun nach und nach mit QR-Codes versehen und die Lerninhalte eingepflegt. Wenn alles gut funktioniert, wird es auf den gesamten Betrieb ausgeweitet. 

Die Azubis haben ein tolles Projekt auf die Beine gestellt. Es gab einige Hindernisse, die sie aber gemeinsam hervorragend gemeistert haben, lobt Mirco Heinemann, Leiter der Ausbildungswerkstatt, seine Digiscouts.