Frauen an die Spitze

Veröffentlicht: 20.08.2014

Zusammenfassung: Frauenförderung als Lippenbekenntnis führt nicht weit. Das musste auch Holter Regelarmaturen erkennen. Seit die Unternehmenskultur auf Chancengleichheit ausgerichtet ist, hat sich das geändert: Frauen treiben ihre Karrieren nun selbstbewusster voran.

Mehr Frauen als Männer schließen ein Hochschulstudium ab, aber in Spitzenpositionen kommen sie seltener an. Dabei gilt auch auf den Chefsesseln: Vielfalt  fördert Kreativität und Innovationsfähigkeit. Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG (HORA) hat eine überwiegend männliche Belegschaft: 244 Männern stehen 56 Frauen gegenüber. Um so enttäuschter war die Geschäftsführung, dass sie die Damen seltener für das Talent-Management-System bewarben – trotz gleicher oder besserer Qualifikation.

2010 waren zwei Varianten eingeführt worden: Das "Senior Excellence Programm" für berufserfahrene Beschäftigte und das "Junior Excellence Programm"  für junge Fachkräfte. Ziel beider Varianten war es, die fachlichen Kernkompetenzen zu erweitern, Team- und Führungsfähigkeiten zu verbessern sowie Projekt-, Zeit- und Konfliktmanagement zu schulen. 

Die Karriere von Frauen voranbringen heißt, das Unternehmen voranbringen

Der ostwestfälische Ventilhersteller unternahm etwas dagegen, denn es sollten alle Potenziale erschlossen werden. Gerade die gesuchten Fachkräfte in den technischen Berufen, die auch HORA braucht, sollten gefördert werden. Und die Frauenquote bei den Führungskräften von zwölf Prozent gesteigert werden.

Auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit war Überzeugungsarbeit zu leisten: Führungskräfte bis hin zur Geschäftsführung sprachen mit ihren Mitarbeitern, um sie von den Qualitäten weiblicher Fach- und Führungskräfte zu überzeugen und für chancengleiche Karrierestrukturen zu werben.

Im eigenen Unternehmen die Chancengleichheit umzusetzen und die Karriereentwicklung besonders der weiblichen Angestellten voranzutreiben setzt kleine, aber permanente Schritte voraus. Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das unumgänglich, um die Organisation nicht zu überfordern. Unsere Erfahrungen bestätigen das."

beschreibt Nicole Vegelahn, Leiterin Personalentwicklung der Holter Regelarmaturen GmbH & Co. KG den erfolgreichen Weg. Denn heute bewerben sich Frauen erfreulicherweise wesentlich häufiger für eine Teilnahme am unternehmensinternen Talent-Management-System.

Fähige Frauen fordern nun wesentlich selbstbewusster auch höhere Positionen ein.  Manche Mitarbeiterinnen brauchen jedoch für den nächsten Karriereschritt eine besondere Einladung benötigen. So auch im Falle der Gruppenleiterin, die nach langer Berufspause das Senior Excellence Programm absolvierte und heute eine der wichtigsten Konstruktionsgruppen leitet. Auch sie wurde von ihrem Abteilungsleiter ermutigt und auf die Liste des Auswahlverfahrens gesetzt.

Frauen zur Bewerbung ermutigen

HORA ging noch weiter, um auch nach außen für Frauen attraktiver zu werden. Der Mittelständler veränderte die Bildsprache in Stellenanzeigen und auf den firmeneigenen Internetseiten. Bilder von weiblichen Fachkräften sollen Frauen in stärkerem Maße zu einer Karriere im Betrieb auffordern und Frauen stärker als wichtigen Teil der Belegschaft zeigen. Diese Rechnung geht ebenfalls auf: Die Zahl der Bewerbungen von Frauen stieg nach oben.