Entwicklungspfade für Nachwuchskräfte

Veröffentlicht: 14.01.2015

Zusammenfassung: Gerade am Anfang der Karriere ist es für Arbeitnehmer wichtig, klare Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen zu sehen. Die ITML Group hat deshalb ein eigenes Modell zur Personalentwicklung konzipiert.

Entwicklungsmöglichkeiten wünschen sich viele Fachkräfte von ihrem Arbeitgeber. Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist der Weg nach oben sehr schnell zu Ende. Drei alternative Entwicklungspfade hat die ITML GmbH aus Pforzheim entwickelt.Rund ein Dutzend Führungspositionen gibt es bei ITML, einem IT- und E-Commerce-Dienstleister mit 120 Mitarbeitern. Um den begehrten IT-Fachkräften dennoch Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen, können sie auch Fachlaufbahnen einschlagen oder sich durch steigende Projektverantwortung profilieren. Die Wege dorthin sind klar geregelt und transparent, den gefragten und gut qualifizierten IT-Fachkräfte bieten sie eine Perspektive. Sie sollen sich wertgeschätzt und dem Unternehmen verbunden fühlen. Mit den verschiedenen Karriereoptionen wirbt das Unternehmen schon bei der Rekrutierung.

Drei Entwicklungspfade

Zunächst fand eine gründliche Bestandsaufnahme statt: Welche Aufgaben und welche Entwicklungswege gibt es bereits? Für welche Jobs wird in den kommenden Jahren Personal mit welchen Qualifikationen gebraucht? Auf dieser Grundlage wurden nach und nach unterschiedliche Varianten an möglichen Laufbahnen entwickelt. Diese wurden mit mehreren Aufstiegsstufen und Kriterien für den Aufstieg in die nächste Stufe hinterlegt. Heute gibt es bei ITML drei Laufbahnen:

  • In der Fachlaufbahn können sich die Beschäftigten zu Expertinnen und Experten in ihrem jeweiligen Themengebiet entwickeln (z.B. spezifische SAP-Anwendungen).
  • In der Projektlaufbahn übernehmen sie immer mehr Verantwortung für Projekte in der Kundenbetreuung und -beratung – von der Projektmitarbeit hin zur (Teil-) Projektleitung.
  • Die klassische Führungslaufbahn sieht zwei Führungsebenen mit steigender Personalverantwortung vor.

Die Übergänge zwischen den Laufbahnen sind fließend: Jemand kann also durchaus gleichzeitig Experte und Teilprojektleiter sein.

Mitarbeitergespräche, Stufenaufstiege und Personalentwicklung

In den jährlichen Mitarbeitergesprächen wird Geleistetes bewertet und über die künftige Entwicklung gesprochen. Hierbei erfolgt außerdem eine Beurteilung der Fachkraft anhand des Karrieremodells. Auf den unteren Stufen des Laufbahnmodells entscheiden Teamleitung und die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter gemeinsam, ob die nächste Stufe erklommen werden kann. Auf den höheren Stufen wird stets ein Mitglied der erweiterten Geschäftsführung einbezogen und ein spezielles Entwicklungsgespräch geführt. In diesem Entwicklungsgespräch wird anhand festgelegter Leitfragen ein spezifisches Mitarbeiterprofil angelegt.

Unabhängig davon, ob es zum Aufstieg reicht, werden künftige Entwicklungsfelder definiert. Je nach Laufbahn und Stufe wählen die Beteiligten in den Mitarbeiter- und Entwicklungsgesprächen aus einem spezifischen Portfolio diejenigen Weiterbildungsmaßnahmen aus, die die Betreffenden bestmöglich für ihre zukünftige Rolle vorbereiten. In der Projektlaufbahn stehen für Projektmitarbeiter auf der ersten Stufe beispielsweise Schulungen zu Projektmanagementinstrumenten oder für das Erstellen von Projektunterlagen zur Verfügung. Auf Stufe zwei geht es beispielsweise um die Themen Projektcontrolling oder Workshop-Organisation.
Als Zeichen der gleichberechtigten Anerkennung der Laufbahnen im Betrieb, versieht das Unternehmen die Stufen laufbahnübergreifend mit den gleichen Budgets für Dienstwagen.

Personalentwicklung wird professioneller, die Arbeitgeberattraktivität steigt

Vom Laufbahnmodell profitiert das Unternehmen dreifach:

  • Erstens wachsen Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität.
  • Zweitens wird die Personalentwicklung objektiver und professioneller.
  • Drittens verbessert sich durch die zielgerichtete Personalentwicklung die Arbeitsqualität.

Die ITML GmbH betrachtet ihr Laufbahnmodell als dynamisches System, das regelmäßig evaluiert und verbessert werden muss.

Ein Karrieremodell kann und muss Orientierung geben, dennoch sollte stets Raum für Individualität vorhanden sein. Daher entwickelt sich auch das Karrieremodell der ITML mit den zugehörigen Qualifizierungsangeboten stetig ein Stück weiter.

Verena Martin, Personalreferentin/Personalentwicklerin bei der ITML GmbH

Zudem wird ein Entwicklungsprogramm für den Fach- und Führungsnachwuchs etabliert. Hierfür schlagen die Teamleiter Nachwuchskräfte vor, die in ihren Augen Potenzial für eine Fach- oder Führungskarriere im Unternehmen haben. Das anschließende Entwicklungsprogramm sieht für Führungsanwärter sowie Fachverantwortliche ein Zweijahresprogramm zur Personalentwicklung rund um die Themen Kommunikation, Führung und Changemanagement vor.