Digiscouts-Projekt SCOT: Smart Conti Oil Tracker

Veröffentlicht: 11.05.2020

Zusammenfassung: Fünf Azubis digitalisieren in ihrem Projekt den manuellen Prozess der Schmiermittelversorgung an Produktionsmaschinen. Der Ölverbrauch lässt sich zukünftig jederzeit per Mausklick kontrollieren.

Im Werk der Continental Teves AG & Co. oHG, in Rheinböllen durften fünf Azubis aus den Lehrberufen Mathematisch-technischer Softwareentwickler, Industriemechaniker und Mechatroniker auf die Suche nach Digitalisierungspotenzial gehen. Das war gar nicht so leicht, da auf den ersten Blick vieles schon digital war oder sich im Wandlungsprozess befand. Außerdem durfte das Projekt nicht zu umfangreich werden, schließlich musst das Ergebnis sechs Monate später schon stehen – für die regionale Abschlussveranstaltung.

Wer suchet, der findet!

Aufgeben kam für die fünf Azubis nicht in Frage und so präsentierten sie – trotz anfänglicher Schwierigkeiten bei der Suche – der Geschäftsführung und ihrem Ausbilder letztlich drei Top-Ideen: eine Online-Lernplattform, eine digitale Zeiterfassung und die digitale Öl- bzw. Schmierstoffanzeige. Letzteres hat die Geschäftsführung und den Ausbilder überzeugt und das Team hat das „Go“ für die Projektumsetzung erhalten. Aus der Idee digitale Öl- bzw. Schmierstoffanzeige entstand so das Digiscouts-Projekt SCOT: Smart Conti Oil Tracker.

Alte Welt versus neue Welt

Früher musste jeden Morgen eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter aus der Instandhaltung mit einem Ölwagen durch die Fertigung fahren und den Ölstand in den Maschinen nachprüfen. Zwar waren diese auch schon damals mit Sensoren zur Überwachung des Ölstandes ausgestattet. Nur dass diese Sensoren eine Meldung bei fehlendem Öl abgaben – also im Sinne einer Warnungs- und Sicherheitsfunktion. Da aber die Maschinen stets über einen mindestgehalt an Öl verfügen müssen, musste auch dieser stets kontrolliert werden – durch das „Ablaufen“. Diese tägliche Kontrolle war sehr zeitaufwendig. Zeit, die an anderer Stelle benötigt wurde oder sinnvoller eingesetzt werden könnte. Die Idee der Azubis: Eine weitere Ölstandanzeige an die Maschinen anbringen und mit dem eigenen ERP-System verbinden, um so stets ein aktuelles Bild über den Ölstand aller Maschinen zu erhalten.

Man kann sich das dann wie die Tankanzeige im Auto vorstellen. Die Mitarbeitenden aus unserer Instandhaltung können dann direkt im System sehen, wie viel Öl in jeder einzelnen Maschine ist und so gezielt Maschinen mit zu niedrigem Ölstand befüllen. Im Gegensatz zu früher, müssen sie jetzt nicht mehr von Maschine zu Maschine gehen“, sagt Kevin Hoff, Auszubildender zum Mechatroniker.

Das Projekt haben die fünf Azubis im Rahmen des Projekts Digiscouts® an einer Maschine pilotiert und das Ergebnis bei der regionalen Abschlussveranstaltung vorgestellt. Mittlerweile wurden die Sensoren auch auf die anderen Maschinen übertragen und es wird überlegt, das Projekt auch an anderen Standorten umzusetzen.