Bessere Versuche dank mehr Daten

Veröffentlicht: 03.12.2019

Zusammenfassung: Was haben Wetterstation, Kabelkanäle und Sommerhitze mit Digitalisierung zu tun? Einiges, wenn es um die Vernetzung eines Versuchsfelds geht.

Auf, zu, auf, zu - 24 Stunden, 365 Tage öffnen und schließen sich die Schranken im Versuchsfeld der Magnetic Autocontrol GmbH aus Schopfheim. Hier simuliert der Hersteller von Fahrzeugschranken und Personensperren den Lebenszyklus seiner Innovationen, ehe sie in den Vertrieb gehen. Denn die Zuverlässigkeit der Sperreinrichtungen ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.  

Dank des Digiscouts-Projekts wird die Auswertung der Versuche nun noch genauer und detaillierter: Die fünf Azubis haben die Schranken im Versuchsfeld in das lokalen Netzwerk eingebunden. Ging früher einmal wöchentlich ein Mitarbeiter in die Versuchsanlage um festzustellen, ob Schranken stehengeblieben waren und um sie wieder in Gang zu setzen, bekommt er heute in Echtzeit mitgeteilt, wenn eine Testanlage ausfällt. Und mehr noch: Er erfährt etwas zu den möglichen Gründen. Auf dem Dashboard sieht er den Stand der Schranke, den Zählerstand, die Temperatur des Motors sowie Winkel und Geschwindigkeit der Bewegungen und weitere Daten. Zusätzlich werden Wetterdaten erfasst. Wind, Feuchtigkeit und Außentemperatur können das Verhalten der Schranken beeinflussen - die neue Wetterstation auf dem Dach liefert die nötigen Informationen für die Fehlerdiagnose. Neu ist auch die Kamera, die das Versuchsfeld filmt und so mögliche äußere Einflüsse auf die Geräte registriert. 

Die Auszubildenden hatten einige Herausforderungen zu meistern. Die Anwendung für die Versuchsmitarbeiter musste programmiert werden. Sie mussten eine geeignete netzwerkfähige Wetterstation finden und diese auf dem Dach des Gebäudes befestigen. Sie mussten klären, wie sie datenschutzkonform das Freifeld filmen können: Die Aufnahmen werden nicht gespeichert, der Winkel für die Kamera wurde angepasst und zusätzlich werden Hinweisschilder am Zaun angebracht. Und schließlich mussten die Schranken mit entsprechenden Modulen versehen und Kabel gezogen werden, was die fünf ebenfalls selbst machten - trotz sommerlicher Hitze und manchem Kabel, das nicht dort herauskam, wo es herauskommen sollte. Selbst an die Arbeitssicherheit haben die Azubis gedacht: Ein Sensor am Tor zum Versuchsfeld stoppt die Schranken, sobald es geöffnet wird.

Zwei künftige Industriekauffrauen, ein technischer Produktdesigner in spe, eine angehende Fachkraft für Lagerlogistik und ein Auszubildender zum Elektroniker für Geräte und Systeme haben hier als interdisziplinäres Team zusammengearbeitet und zunächst für die Mitarbeiter aus dem Versuch eine große Verbesserung erreicht. Aber das muss es ja nicht gewesen sein: Die Daten, die nun erfasst werden, lassen sich vielleicht auch noch anders nutzen - darüber denkt Magnetic Autocontrol nach.

Das erfolgreiche und spannende Digiscout-Projekt wurde bei der Abschlusspräsentation in der IHK Schopfheim vom Publikum als das Beste in der Region ausgewählt.