Beschäftigte übernehmen Verantwortung

Veröffentlicht: 13.04.2015

Zusammenfassung: Der Chef der Schumacher GmbH vertraut der Belegschaft und zeigt das auch. Er überträgt Verantwortung und berücksichtigt ihre Interessen. Gute Führung nach dieser Formel setzt voraus, dass alle gut informiert sind und Ziele gemeinsam definiert werden.

Alle ziehen an einem Strang…

Größere Freiräume und ein größeres Vertrauen in die Dutzend Beschäftigten haben den Arbeitsalltag in dem süddeutschen Bauunternehmen Schumacher Bauunternehmung GmbH verändert: Die Teams auf den Baustellen entscheiden nun beispielsweise selber, ob sie bei schlechtem Wetter weiterarbeiten. Und sie tun dies viel häufiger als früher und leisten gerne Mehrarbeit, damit ein Auftrag fertig wird.Wird eine Arbeitskraft aktuell auf einer Baustelle nicht benötigt, informiert das Team die Geschäftsleitung. Diese kann denjenigen anderweitig einsetzen. Das steigert die Flexibilität des Unternehmens. Umgekehrt unterstützen sich gegenseitig und finden Wege, bei Ausfall eines Kollegen trotzdem termingerecht zu liefern.Unternehmen wie Mitarbeitern profitieren von dem kooperativen Miteinander: Urlaub und Freistellungen für private Termine in der Arbeitszeit konnten beispielsweise immer genehmigt werden.

… dank eines neuen Führungsstils

Vor Jahren sah das Miteinander bei der Schumacher GmbH noch ganz anders aus: Es gab mitunter größere Widerstände, wenn Überstunden anfielen oder bei schlechtem Wetter auf der Baustelle gearbeitet werden sollte. Geschäftsführer Armin Schumacher besuchte daraufhin zwei Weiterbildungen bei der Handwerkskammer und änderte seinen Führungsstil. Die wichtigsten Elemente seines neuen Führungsverständnisses: Informieren, gemeinsam Ziele vereinbaren, den Beschäftigten mehr Handlungsspielräume gewähren und auf ihre Kompetenz vertrauen.Diese Elemente greifen ineinander.

Voraussetzung sind eine gute Informationsstruktur und die Beteiligung der Beschäftigten bei der Festlegung von Zielen und der Arbeitsweise im Unternehmen. Schumacher setzt auf zwei Instrumente: 

Erstens organisiert die Geschäftsführung einmal monatlich ein Kaffee-Meeting. Dafür wird die Arbeit auf den Baustellen an diesem Tag bereits um 16 Uhr eingestellt. Bei Kaffee und Kuchen werden aktuelle Entwicklungen und Probleme, Aufträge und Neubeschaffungen gemeinsam diskutiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können jederzeit Themen einbringen.

Zweitens findet täglich eine fünfzehnminütige Besprechung zu Arbeitsbeginn statt. Sie stellt Transparenz her und bezieht die Beschäftigten ein. Hier werden tagesaktuelle Entwicklungen auf den Baustellen, aber auch krankheitsbedingte Ausfälle besprochen.

Stolz auf das Unternehmen und das Kundenlob

Geschäftsführer Armin Schumacher bringt es auf den Punkt:

Es kommen immer wieder Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden, die meine Beschäftigten  und unsere Firma positiv beurteilen. Das gibt ihnen Motivation und einen gewissen Stolz.

Produktivität, Kundennutzen und Arbeitgeberattraktivität sind gleichermaßen gestiegen. Geschäftsführer Armin Schumacher kann sich heute intensiver auf das Neugeschäft konzentrieren und findet Zeit, sich auch sozial in der Gemeinde zu engagieren. Auch mit solchen Aktivitäten trägt er dazu bei, dass seine Beschäftigten stolz sind auf ihren Arbeitgeber. Vor allem aber die Zufriedenheit der Kundschaft spornt die Beschäftigten weiter an. Die Bauunternehmung Schumacher freut sich über eine geringe Fluktuation und einen gesunkenen Krankenstand.