Auszubildende aus Nachbarländern

Veröffentlicht: 24.07.2014

Zusammenfassung: Die internationale Spedition Adolf Peiffer braucht Personal mit Fremdsprachenkenntnis und kultureller Vielfalt. Die Ausbildung von europäischen Jugendlichen, verbessert den Kontakt zu Kunden aus Nachbarländern und fördert die Gewinnung von Neukunden.

Die internationale Spedition Adolf Peiffer GmbH braucht Personal mit Fremdsprachenkenntnis und kultureller Vielfalt. Die Ausbildung von europäischen Jugendlichen ist ein guter Weg dahin, verbessert den Kontakt zu Kunden aus Nachbarländern und fördert die Gewinnung von Neukunden. Zwei Ausbildende aus Nachbarländern hat das Unternehmen mit 120 Beschäftigten ausgebildet.

Blick über die Grenze

In den letzten Jahren ging die Zahl der Bewerbungen für eine Ausbildung bei der Adolf Peiffer GmbH im Saarland merklich zurück. Gleichzeitig war die Jugendarbeitslosigkeit im benachbarten Lothringen hoch. Für die Verantwortlichen bei Peiffer war es eine Selbstverständlichkeit, den Blick auf potentielle Auszubildende jenseits der Grenze zu richten. Als international tätige Spedition mit Schwerpunkten in den Verkehrsrouten nach Frankreich und Polen, sind mehrsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Disposition ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. 2010 bot sich die Möglichkeit, eine Französin im deutschen dualen System als Kauffrau für Spedition und Logistik auszubilden:

So konnte nicht nur eine Azubi-Stelle besetzt werden, sondern auch eine zukünftige Fachkraft mit Fremdsprachkenntnissen gewonnen werden.
Das Prozedere war einfach, denn als EU-Bürgerin durfte die junge Frau ohne weiteres eine Berufsausbildung in Deutschland aufnehmen. Zudem sprach sie schon so gut deutsch, dass sie dem Berufsschulunterricht gut folgen konnte.

Hoch motiviert, mit Interesse und Fleiß hat sie in der verkürzten Ausbildungszeit von zweieinhalb Jahren als Landesbeste des Saarlandes mit der glatten Note 1 abgeschlossen.

Auf diese guten Erfahrungen baut Peiffer auch in der Niederlassung in Leipzig auf. Dort bildet die Spedition derzeit einen jungen Ungarn zum Kaufmann für Spedition und Logistik aus. Er wollte in Deutschland eine Ausbildung absolvieren und fand die Stelle mit Hilfe der Arbeitsagentur. Der erste Schritt war ein Praktikum zum gegenseitigen Kennenlernen. Um dem deutschsprachigen Berufsschulunterricht gut folgen zu können, erhält der Ungar über ein Programm der Agentur für Arbeit einmal die Woche für zwei Stunden zusätzlichen Deutschunterricht.

Größerer Betreuungsaufwand aber ein Gewinn für alle
Eine Erfahrung ist, dass bei einem ausländischen Auszubildenden der Betreuungsaufwand höher ist. Der Betrieb hat bei der Suche nach einer passenden Unterkunft geholfen und unterstützt den Auszubildenden in der Berufsschule. So sind zum Beispiel einzelne Mitarbeiter in der Arbeitszeit freigestellt, um den Auszubildenden Nachhilfe zu geben und gemeinsam mit ihnen zu lernen.

Trotzdem gibt es mehrere Gewinner: Die jungen Europäer erhalten eine fundierte Ausbildung. Das Unternehmen motivierte Fachkräfte über den angestammten Einzugsbereich hinaus und baut die Wettbewerbsvorteile in den Herkunftsländern durch die Mehrsprachigkeit der Beschäftigten aus. Und zum dritten profitieren die Kundinnen und Kunden, die mit einer bestens ausgebildeten Fachkraft in ihrer Muttersprache konferieren können.

Ein unschätzbarer Vorteil, wie Axel Peiffer, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition betont. So werden Geschäftskontakte aufgebaut und neue Aufträge akquiriert.

Als international tätige Spedition stellen Landesgrenzen für uns keine Barrieren dar. Daher bilden wir sowohl in Saarbrücken als auch in Leipzig junge Menschen aus den Nachbarländern aus und rekrutieren unabhängig davon, auf welcher Seite der Grenze jemand geboren wurde und aufgewachsen sind."