Ausbildung: Für einen guten Start sorgen

Veröffentlicht: 06.11.2017

Projekt: Azubimarketing

Zusammenfassung: Die neuen Auszubildenden willkommen heißen? Ganz einfach! Mit einem Azubi-Tag, den man gleichzeitig auch für die Fortbildung nutzen kann. Die Wasserversorgungsgesellschaft Midewa zeigt, wie es geht.

Zu den rund 390 Mitarbeitern der Midewa Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH mit Stammsitz im sachsen-anhaltinischen Merseburg gehören 27 Auszubildende und BA-Studenten. Der offizielle Startschuss für die diesjährigen „Neuen“ bildete der traditionell stattfindende Willkommenstag, der dieses Jahr am 1. August stattfand. Eine gute Gelegenheit zu sehen, wie Betriebe ihren Azubis den Einstieg so angenehm wie möglich gestalten können.

Azubitag 2.0

Willkommenstage sind an sich nichts Ungewöhnliches. Einige Unternehmen lassen sich etwas einfallen, um die Auszubildenden des ersten Lehrjahres einzuführen und zu integrieren. Das heißt im Normalfall, man bringt Ausbilder und die neuen Auszubildenden für ein paar Stunden gemeinsamen Kennenlernens zusammen. Der mitteldeutsche Wasserdienstleister geht allerdings einen Schritt weiter: In einer besonderen Umgebung (Veranstaltungszentrum Schloss Köthen), mit reichlich Programm und einem Motto („Mit Sicherheit gut in die Ausbildung starten“) wird dieser besondere Tag von langer Hand geplant, um allen Azubis, Studenten und Ausbildern sowie den Personalverantwortlichen das Kennenlernen zu erleichtern. Vorträge werden gehalten, der Geschäftsführer selbst empfängt die Neuen und stellt das Unternehmen vor, die Besten des vergangenen Jahres werden geehrt. Man isst gemeinsam und unterhält sich. Und nicht zuletzt: Der Willkommenstag ist gleichzeitig auch ein Tag der Weiterbildung, weil die gemeinsame Zeit mit Workshops bereichert wird. Doch wie genau lief der Tag ab?

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Geschäftsführer sowie Vertreter der Personalabteilung war es an den neuen Auszubildenden, sich vorzustellen. Damit die Neuen ein Gespür dafür bekommen, was sie erwartet, berichtete eine Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr aus ihrem Alltag. Anschließend wurden die besten Auszubildenden des vergangenen Jahres ausgezeichnet – eine schöne Geste, Leistung anzuerkennen. Es folgte eine viertelstündige Vorstellung des Unternehmens. Auf lockere Art und Weise plauderte Uwe Störzner – Geschäftsführer der Midewa – aus dem Unternehmensnähkästchen und brachte den jungen Menschen ihren Ausbildungsbetrieb näher.

Nach einer kleinen Pause mit Fotosession, Kaffee und Gebäck begann der zweite Teil des Tages. Bis zum Mittagessen wurde in Gruppen gearbeitet. Die Auszubildenden des ersten Lehrjahres lernten zum einen die Gewerkschaft und den Betriebsrat kennen, zum anderen erfuhren sie alles Wissenswerte rund um die Ausbildung bei Midewa. Die Azubis des zweiten und dritten Lehrjahres hingegen waren mit ihren Ausbildern unterwegs. Hier war Arbeitssicherheit das Thema. Besonders einfallsreich: Azubis wie Ausbilder mussten unter anderem in zwei Dienstfahrzeugen ihr Wissen testen: Was war nicht richtig gesichert? Was fehlte? Eine gute Idee!

Nach der Mittagspause gab es nochmals zwei Workshops. Diesmal getrennt nach Auszubildenden und Ausbildern. Während die Ausbilder in den zwei Stunden sich mit Arbeitsrecht und aktuellen Themen der Ausbildung beschäftigten, befassten sich die Azubis mit einem ernsten Thema: Suchtprävention. Mit einem Schlusswort gegen 15 Uhr endete der Willkommenstag.

Hinter die Kulissen geschaut

Hauptverantwortlich für die Organisation des Tages war Anna Knoll, die in der Personalabteilung arbeitet. Wir sprachen mit ihr wie mit einem Azubi über diesen Tag und auch die gesammelten Eindrücke. Leider machte uns die Aufnahmetechnik einen Strich durch die Rechnung. Eine für andere Betriebe wesentliche Frage war diejenige nach einer Empfehlung. Lohnt sich der Aufwand? Sollten andere – insbesondere kleinere Betriebe – auch über eine solche Maßnahme nachdenken?

Anne Knoll antwortete mit einem „Ja, aber …“. Es lohne sich sehr wohl, da die Auszubildenden schnell und grundlegend informiert, integriert würden und Anschluss fänden. Die Organisation für einen solchen Tag sei aber enorm, die könne ein kleines Unternehmen in der Form eher nicht leisten. Hier müsse man nach eigenen Möglichkeiten suchen, die der Betrieb stemmen könne.

Und der Azubi? Er fand lobende Worte für den Tag und bestätigte letztlich nur das, was Anna Knoll vermittelte: Ein solcher Azubitag ist für die Beteiligten ein besonderer Tag, der alle näher zusammenbringt. Genau das will man mit der Maßnahme auch erreichen.