2 Abschlüsse und Profi im Unternehmen

Veröffentlicht: 21.07.2014

Zusammenfassung: Um im "Wettkampf um die passenden Köpfe" nicht das Nachsehen zu haben, greift die Schuberth GmbH aus Magdeburg auf ein besonderes Modell der Ausbildung zurück: dem dualen Studium.

 

 

 

 

 

Für die Herstellung von Motoradhelme und anderen Kopfschutzsysteme braucht die Schuberth GmbH Spezialisten, die praktische Kompetenzen in der Verfahrenstechnik haben und wissen, wie mit Faserverbundstoffen umzugehen ist. Weil diese Kombination auf dem Arbeitsmarkt nur selten zu finden ist, bildet Schuberth seine Nachwuchskräfte selber aus mit einem dualen Studium "Maschinenbau/Composite-Technologien".

Das duale Studium endet mit einem "Bachelor of Engineering",  zudem legen die jungen Leute vor der IHK die Prüfung zum "Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik" ab. Mit diesen beiden Abschlüssen in der Tasche sind sie begehrte Experten, wie sie die Schuberth GmbH für die Herstellung von Motorradhelmen benötigt. Als Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber hat Schuberth den ersten Zugriff auf sie und gewinnt so einen Vorsprung im Wettbewerb um die besten Köpfe.

RKW: Wie läuft die Ausbildung genau ab?

Ziegeldorf: Insgesamt dauert das duale Studium neun Semester. Es gibt aber Zwischenschritte: Die Studierenden legen nach erfolgreichem Abschluss des Basisstudiums vor der IHK Magdeburg als Externe die Facharbeiterprüfung im anerkannten Ausbildungsberuf "Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik" ab. Das dauert zusammen drei Jahre, wie die übliche duale Ausbildung. Anschließend beginnt die Spezialisierung im Bereich Faserverbundtechnologien. Nach insgesamt neun Semestern haben die Studierenden den akademischen Abschluss "Bachelor of Engineering".

RKW: Was und wie lernen die Studierenden in ihrem Unternehmen?

Ziegeldorf: Das Studium enthält mehrwöchige Praxisphasen. Im Unternehmen durchlaufen die Studierenden in diesen Phasen alle Unternehmensbereiche. So lernen sie die Unternehmensstrukturen und die Arbeitsabläufe kennen. Und im Vorfeld der Bachelorarbeit bearbeiten sie weitgehend selbständig ein umfassendes Praxisprojekt.

RKW: Diese Ausbildung ist ja relativ aufwändig und die Studierenden sind nur teilweise im Unternehmen. Welche Vorteile sieht Schuberth trotzdem für sich?

Ziegeldorf: Ganz klar, wir gewinnen einen Vorsprung im "Wettkampf um die passenden Köpfe". Am Ende sind die so Ausgebildeten besser als jeder andere Bewerber auf die Praxis bei uns vorbereitet. Wir können sie flexibel in wichtigen Unternehmensbereichen einsetzen. Wir brauchen keine weiteren Einarbeitungszeiten. Außerdem haben die Studierenden ihre Belastbarkeit, Ausdauer und Mobilität gezeigt. Denn sie stellen sich den hohen Anforderungen einer kombinierten Berufs- und akademischen Ausbildung in kurzer Zeit. Weil sie regelmäßig im Unternehmen sind, fühlen sie sich auch eher an Schuberth gebunden.  Nicht zuletzt sichern wir uns dadurch das jeweils aktuelle Know-how.

Ganz klar, wir gewinnen einen Vorsprung im ‘Wettkampf um die passenden Köpfe’.

RKW: Frau Ziegelhof, was raten Sie anderen Produktionsbetrieben, um ihren Nachwuchs zu sichern?

Ziegeldorf: Ich kann jedem nur raten, die Zusammenarbeit mit strategisch sinnvollen Kooperationspartnern zu suchen. Wer hier in langfristige partnerschaftliche Beziehungen investiert, ist dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus.

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