Klein – aber fein

Kapitel: 3. Schritt: Mehrwert schaffen

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Ausbildungsangebot weiter anzureichern, um den Wünschen Jugendlicher gerecht zu werden und als Unternehmen davon zu profitieren. Ein paar Ideen:

Finanzierung einer speziellen Weiterbildung, die für den Beruf wichtig, aber in der Ausbildung nicht vorgesehen ist, eventuell teilweise in der Freizeit (siehe hierzu das Beispiel Landhotel Saarschleife in Leitfaden 4). Aufwand: Kursgebühren, steuerlich absetzbar

Angebot eines Auslandspraktikums (hierfür gibt es EU-Förderprogramme), um dem Jugendlichen eine Erweiterung seines Horizonts zu ermöglichen, vor allem, wenn Sie internationale Kunden haben. Mobilitätsberater bei den Kammern unterstützen Sie gern. Aufwand: Freistellung für ein paar Wochen / Monate

Fahrtkostenzuschuss, der den Interessenten die Entscheidung für Ihr Unternehmen abseits der Hauptverkehrswege erleichtert. Aufwand: i. d. R. wenige 100 Euro / Jahr, steuerlich absetzbar

Teilnahme an Wettbewerben der Kammer, der Innung oder des Verbandes. Das macht etwas Arbeit, aber die Azubis sind meistens begeistert bei der Sache. Am Ende steht ein großes Plus für die Azubis und für Ihr Image. Aufwand: Zeit für Bewerbung, Betreuung, evtl. Sachkosten und Gebühren

Besten-Ehrungen der Kammern auf regionaler, Landesoder sogar Bundesebene. Ihr Ausbildungsengagement erhält so eine besondere Auszeichnung, aber auch der geehrte Azubi wird mit stolz geschwellter Brust auf der Bühne stehen. Aufwand: gute Qualität in der Ausbildung

Vernetzung fördern, auf beiden Seiten. Junge Leute wollen heute keine isolierten Einzelkämpfer mehr sein, sondern sich austauschen mit Gleichgesinnten. Nutzen Sie dieses Bedürfnis und bringen Ihre Nachwuchskräfte mit Berufskollegen zusammen. Bei Messen, bei Branchenevents oder regionalen Netzwerktreffen können Sie die Auszubildenden mitnehmen – auch als Anerkennung für eine gute Leistung in der Ausbildung. Möglicherweise ebnen Sie so zudem den weiteren Berufsweg für Ihren Auszubildenden, wenn Sie selber kein Jobangebot nach der Ausbildung machen können.

In vielen Regionen gibt es Netzwerke, die Projekte und Angebote rund um die Ausbildung durchführen, von denen Sie profitieren können. Netzwerke in Ihrer Region finden Sie unter www.fachkraeftebuero.de. Aufwand: Zeit und evtl. Reisekosten

Azubis als Azubibotschafter einsetzen. Überzeugender als diejenigen, die gerade in der Ausbildung sind, kann niemand über die Ausbildung berichten (siehe auch Leitfaden 2). Lassen Sie also Ihre (ehemaligen) Auszubildenden bei Ausbildungsmessen oder Schulen zu Wort kommen. Man kann sogar so weit gehen, dass sie ihren Nachfolger finden sollen – eine herausfordernde Aufgabe, nicht nur für kaufmännische Auszubildende in einer Personalabteilung. Manche Kammern haben entsprechende Projekte. Für die Jugendlichen ist es Ausdruck Ihrer Wertschätzung, wenn sie hier eingespannt werden. Und es ist ein gutes Training im Umgang mit Öffentlichkeit – übertragbar auf den Umgang mit Kunden. Aufwand: Ihre Zeit für die Vorbereitung und Begleitung, Kosten für die Suche, Arbeitszeit der Auszubildenden
 
Ihre Kreativität ist gefragt. Halten Sie dabei immer im Blick, in welchem Quadrat Ihres Positionierungskompasses Sie besonderen Handlungsbedarf haben. Und noch besser werden geht immer.

TIPP: Anregungen können Sie von den Beispielen im Leitfaden 4 bekommen oder von weiteren Beispielen auf www.rkw-azubimarketing.de.