Weltfrauentag! Und Ausbildung?!

Veröffentlicht: 08.03.2016

Projekt: Azubimarketing

Zusammenfassung: Heute feiern wir, dass Frauen gleichberechtigter sind als früher - bloß im Arbeitsleben stimmt das noch keineswegs. Was man auch daran sieht, was Mädchen werden wollen und was Jungen.

Mädchen lernen vor allem kaufmännische Berufe, werden Verkäuferin, Hotelfachfrau oder Mediengestalterin. Jungen bevorzugen Industriemechaniker, Elektroniker der verschiedenen Fachrichtungen, Mechatroniker oder  Fachkraft für Lagerlogistik. Seit Jahren versuchen verschiedene Initiativen die Mädchen mit ihren durchweg besseren Schulnoten und -abschlüssen für technische Berufe zu begeistern - mit mäßigem Erfolg.

Dabei sind es nicht nur die Mädchen selber, die überzeugt werden müssen: Fünfmal häufiger als bei Jungen raten ihnen Familie, Freunde und Bekannte von einer technischen Ausbildung ab - so das MINT-Barometer 2015. Kaum besser sieht es in den Betrieben aus: 22 Prozent der männlichen Azubis in technischen Berufen halten Frauen für diese Beruf für weniger geeignet. Ihnen würden technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und die körperlichen Voraussetzungen fehlen. Metall, Fahrzeugtechnik, Elektro, Maschinenbau, Bau  - alles Branchen mit einem Anteil von weniger als 10 Prozent junge Frauen bei den neuen Ausbildungsverträgen. Unattraktiv sind sie für Mädchen auch deshalb, weil sie die Skepsis der Betriebe spüren. Das es nicht so sein muss, beweist das Praxisbeispiel HeLi NET: Hier fühlt sich die Fachinformatikerin genauso akzeptiert wie die männlichen Kollegen.

Weltfrauentag - Anlass über die Berufswahl von Mädchen nachzudenken

Männer achten auf Einkommen und Prestige bei der Berufswahl, Frauen legen größeren Wert auf die Freude an den Aufgaben. Sie wollen mit anderen Menschen zusammen kommen - darum gern die kaufmännischen Berufe, und achten auf die gute Vereinbarkeit mit dem Privatleben. Starre Arbeitszeiten wie oft im Handwerk passen dazu nicht. Kreativität liegt bei Frauen mehr im Trend als bei Männern - die technischen Berufe erscheinen ihnen da defizitär. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die technikverliebten Ausbilder zu wenig dafür werben, wie viele kreative Aspekte auch die technischen Berufe haben?

Mit dem Argument, als Friseuerin würde man doch viel weniger verdienen als als Elektronikerin - so lassen sich junge Frauen jedenfalls nicht überzeugen. "Zielgenaue Ansprache" heißt das Stichwort in unserer Arbeitsmappe Azubimarketing.

Wie viele Weltfrauentage erleben wir noch, bis der Frauenanteil in den technischen Berufen deutlich gestiegen ist? Übrigens: Auch meine Töchter haben sich gegen technische Berufe entschieden...