Ein neues, sehr spannendes Projekt hat der Fachbereich Fachkräftesicherung Ende September begonnen. Im Verbundprojekt „Digital Mentor – Modell und Erprobung eines präventiv agierenden KI-Helfers“ geht es darum, kleine und mittelgroße Unternehmen zu befähigen, die Potentiale Künstlicher Intelligenz sinnvoll zu nutzen. Daraus leitet sich das Akronym des Projekts ab: „en[AI]ble“ - eine wortspielerische Abwandlung des englischen Begriffs „enable“ für befähigen und dem Kürzel für „Artificial Intelligence“, auf Deutsch „Künstliche Intelligenz“.

Das dreijährige Projekt unter Federführung des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) wird vom Bundesministerium für Arbeit im Rahmen der Lern- und Experimentierräume KI gefördert.  Neben dem RKW Kompetenzzentrum arbeiten die Sozialpartner mit sowie Expertinnen und Experten aus Unternehmen und der Wissenschaft. Die bundesweite und mitgliederstarke Stiftung „M-G-V“ als Träger der Offensive Mittelstand ist ebenfalls mit im Boot.

Digital Mentor für präventive, beteiligungsorientierte und produktive KI-Anwendungen

Kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Potenziale von Künstlicher Intelligenz (KI) noch relativ zurückhaltend. Ein Grund dafür ist die Unsicherheit darüber, was sinnvoll und machbar ist. Hier sollen Digital-Mentorinnen und -Mentoren wirken: Sie sollen in mittelständischen Betrieben, in den Regionen und in den Netzwerken der Wirtschaft als kompetente Ansprechpartnerinnen und -partner für das Thema Künstliche Intelligenz fungieren und die Verbreitung und Einführung der Technologie voranbringen. Dieses Funktionsprofil gibt es gegenwärtig noch nicht. Es soll im Rahmen von enAible modellhaft entwickelt und etabliert werden. Die Aufgaben von Mentorinnen und Mentoren reichen weit über eine reine Technologieberatung hinaus. Sie tragen dafür Sorge, dass die KI auf die betriebliche Organisation zugeschnitten wird. Im Blickpunkt stehen dabei die Wertschöpfungsprozesse ebenso wie die Belange der Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur. Dementsprechend strebt en[AI]ble Anwendungen der Künstlichen Intelligenz an, die präventiv, partizipativ und produktiv ausgerichtet sind.

Hieraus ergibt sich ein anspruchsvolles Anforderungsprofil für die angehenden Digital-Mentorinnen und -Mentoren: Sie brauchen neben einer guten Orientierung auf den technischen Gebieten der Künstlichen Intelligenz, Wissen und Kompetenzen in Bezug auf die betriebswirtschaftliche Gestaltung von Organisationsabläufen, müssen mit Anforderungen der menschengerechten Arbeitsgestaltung vertraut sein und benötigen nicht zuletzt auch Kenntnisse und Gespür für das „soziale Leben“ in mittelständischen Unternehmen.

In den kommenden drei Jahren entwickelt das RKW gemeinsam mit den Verbundpartnern das Qualifikationsprofil für die neue Funktion. Gemeinsam wird ausgelotet, welche Rekrutierungsbasis erforderlich ist, und schließlich werden erste Digital- Mentorinnen und -Mentoren geschult und in Pilotbetrieben eingesetzt.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind neugierig, welche Erkenntnisse sich aus der Projektarbeit für die Fachkräftesicherung ergeben.