Karriereseiten: Noch immer Luft nach oben

Veröffentlicht: 06.08.2019

Zusammenfassung: Unternehmen müssen sich heute bei Interessenten bewerben. Aber das scheint sich noch nicht überall herumgsprochen zu haben.

Zu erwarten wäre, dass in den eineinhalb Jahren seitdem es den RKW-Karriereseiten-Check gibt, der Benchmark nach oben wandert. Aber er verharrt unverändert bei der Hälfte der möglichen Punktzahl. Nur zwei der 120 Nutzer haben einen Wert von über 90 Prozent erreichen.

Wer händeringend Personal sucht, verschenkt hier Möglichkeiten. Denn die Karrierewebsite ist für jeden Interessenten die erste Anlaufstelle. Ist der erste Eindruck nicht zufriedenstellend, klickt er weg. 51,5 Prozent ist der Durchschnittswert für diesen Themenkomplex, das heißt: Etwa die Hälfte der Nutzer schätzt selbst ein, dass es besser sein könnte! Und sogar nur 42,1 Prozent beträgt der Durchschnittswert bei der Candidate Experience - der Themenkomplex mit dem niedrigten Wert. Das heißt: Die Nutzer unseres Checks stellen fest, dass sie mögliche Interessenten eben nicht "an die Hand" nehmen und ihnen die Bewerbung schmackhaft machen.

Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

Denn das Fatale ist: Ein Unternehmen bekommt es gar nicht mit, wenn ein Interessent den ersten Kontakt aufnimmt. Alle "roten" Stationen auf seiner Bergtour bis zum Vertragsabschluss finden ohne direkte Kommunikation statt. Keine Chance also, einen ersten "schlechten" Eindruck zu korrigieren.

Aber wie sähe ein "guter" erste Eindruck aus?

1. Eigenschaft: unmittelbarer und schneller Zugriff auf die gewünschte Info.
Das bedeutet, dass die Website auch auf mobilen Endgeräten lesbar ist. Und dass der Menüpunkt "Karriere" von der Startseite direkt zu erreichen ist. Was weder für die Lesbarkeit noch für die Suchmaschiene geeignet ist, sind pdf-Dateien der Stellenanzeige.

2. Eigenschaft: authentische Info zur Unternehmenskultur und dem Arbeitsklima.
Zu wissen, wie es sich anfühlt, bei dem Unternehmen zu arbeiten, ist für viele Interessenten wertvoller als beispielweise die Höhe des Gehalts. Ganz wichtig dafür sind Bilder - und zwar von den Menschen im Unternehmen, nicht von Produkten oder Gebäuden. Übrigens kann hier ein Social-Media-Auftritt eine gute Ergänzung darstellen.

3. Eigenschaft: zielgruppenspezifische Info zum konkreten Jobangebot.
Schüler, die sich auf eine Ausbildung bewerben, haben ein anders Informationsbedürfnis als Berufserfahrene. Darum ist es sinnvoll, nach Jobniveaus zu unterscheiden, es sei denn, es werden nur sehr wenige Stellen ausgeschrieben. Dann muss bei der Stellenanzeige selbst entsprechend umfassend informiert werden.

Diese Tipps und Hinweise bekommen Nutzer des Karriereseiten-Checks direkt. Bleibt zu hoffen, dass sie sie beherzigen!