Gastronomie: Überleben mit "Weltneuheit"

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Veröffentlicht: 27.04.2020

Zusammenfassung: Alle Restaurants, Bars, Cafés sind geschlossen, die Wirte kämpfen ums Überleben. Aus Frankfurt kommt ein Beispiel, wie mit einer witzigen Idee das Geschäft großenteils gerettet werden konnte.

Mehr als 200 Jahre alt ist das Gasthaus "Zum lahmen Esel" – und in Corona-Zeiten wird es zu einem innovativen Ort: Als "weltweite erste Äppelwoi-Kneipe mit Drive-in". Schon Mitte März, als die Schließung der gastronomischen Betriebe beschlossen wurde, entwickelte Thomas Metzmacher die Idee und baute sein Lokal zum Drive-in um. Rad- oder Autofahrer fahren an der ersten Station vor, bestellen und können kontaktlos bezahlen, weil Geld oder Kartenlesegerät über eine Rampe zwischen Autofenster und Schalter wandern. Die Bestellung abholen können sie dann am zweiten Schalter - hier führt die selbstgebaute Rampe in ein Fenster der Gaststube. Das System funktioniert, weil die Bestellung digital in die Küche geschickt wird. Hier bewährt sich, dass der "lahme Esel" schon in normalen Zeiten alles andere als lahm ist: 200 Plätze im Lokal und weitere 200 im Biergarten erfordern immer schnellen Service.

Mit der witzigen Idee und entsprechender PR schaffte es der "Lahme Esel" ins regionale Fernsehen und erhielt viel Aufmerksamkeit. Thomas Metzmacher resümiert, dass sein Geschäft bisher nicht ins Minus gelaufen sei. Mit halber Mannschaft erwirtschafte er den halben Umsatz. Aber klar ist auch: Ein Sommer ohne Biergarten, ohne Familienfeiern und ohne Gruppen rastenden Radler und Spaziergänger, das hält auch dieser Betrieb nicht lange durch.