Frauenquote: Hilft das?

Veröffentlicht: 06.03.2015

Zusammenfassung: Heute hat der Bundestag die Frauenquote beschlossen. Von 2016 an soll in bestimmten Großunternehmen bei der Aufsichtsratswahl eine Quote von mindestens 30 Prozent Frauen gelten.

“Ein Meilenstein für die Gleichberechtigung” sei das, lobt sich die Regierung. Ob die Chancen für Frauen auf eine Führungskarriere dadurch besser werden?

Bei der Gesamtbevölkerung haben die Frauen bereits eine Quote von 51 Prozent, genauso bei den Hochschulabsolventen. Auf dem Weg nach oben bleiben sie aber auf der Strecke: Nur 15 Prozent kommen im mittleren Management an und gerade mal 3 (in Worten drei!) auf Vorstandsebene. Aufsichtsräte sind zu zehn Prozent weiblich. (Zahlen aus brand eins, März 2015)

Stolpersteine auf dem Weg nach oben

Frauen stoßen aus vielen Gründen an die berühmte gläserne Decke. Im Projekt “Frauen in Führungspositionen” wurden die Hürden identifiziert. Keine davon lässt sich durch eine Quote überspringen.

Gesellschaftliche Stolpersteine:

  • Zu geringes Angebot von guter und vielfältiger Kinderbetreuung und Ganztagsschulen
    Oft haben die zudem starre Öffnungszeiten.
  • Doppelbelastung der Frauen mit Erwerbs- und Familienarbeit. Die traditionelle Rollenverteilung und ungleiche Arbeitsteilung daheim dominieren noch immer. 
  • Familienpolitische Instrumente wie Ehegattensplittung, Einführung des Betreuungsgeldes bestärken den Zuverdiener-Status und erschweren eine existenzsichernde Arbeit und Beschäftigung von Frauen

Stolpersteine auf dem Arbeitsmarkt

  • Familienphasen bremsen die Frauen aus: Längere Unterbrechung der Erwerbsarbeit sind sehr hinderlich, erschweren die beruflichen Wiedereinstieg und erst recht den Aufstieg.
  • Teilzeitbeschäftigung oder geringfügige Beschäftigung der Frauen passen selten zu Führungsverantwortung, für die immer noch eine “Präsenzkultur” gilt.
  • Frauen wählen oft Berufe mit geringen Verdienst- und Karrierechancen. In der Berufsorientierung fehlt es generell an Informationen über mögliche Aufstiegswege.
  • Frauen haben oft keine klaren beruflichen Ziele und legen im Berufsleben wenig Gewicht auf Karrieren. Dabei haben sie oft die besseren Abschlüsse gemacht.
  • Schlechte Selbstvermarktung: Ihre guten Qualifikationen stellen sie unter den Scheffel, statt wie die Männer heraus zu posaunen, was sie können.
  • Immer noch die skandalöse geringere Bezahlung von Frauen für gleiche Arbeit.

Stolpersteine im Unternehmen:

  • Anforderungen auf Führungsebene: hohe Präsenzzeit und ständige Erreichbarkeit
  • Fehlen langfristiger Personalstrategien und Personalplanung
  • unzureichende Personalentwicklungsangebote, vor allem keine chancengleiche Karriereförderung
  • männlich geprägte Auswahl- und Besetzungsverfahren
  • Teilzeit als Karrierekiller
  • Erwartungshaltung der Frauen, dass bei harter Arbeit der Aufstieg im Unternehmen von alleine kommt
  • Geringer Stellenwert von Work-Life-Balance auf Führungsebene
  • kaum flexible Arbeitszeitangebote für Führungskräfte

Dagegen können Unternehmen was tun! Fangen Sie gleich an und lesen den Leitfaden mit guten Ideen und Beispiele aus der Praxis. Oder Sie lassen sich von einem “weiblichen” Talentmanagement inspirieren, das die Firma HORA erfolgreich einsetzt.