Erlebnis Azubimesse

Veröffentlicht: 07.06.2016

Projekt: Azubimarketing

Zusammenfassung: Wer es schafft, eine Ausbildungsmesse zu einem veritablen Erlebnis für Schüler zu machen, hat sich etwas einfallen lassen. Anschauliche Anregungen dazu gab es auf der "Gewinn-Bau-Messe" in Erfurt.

Unter den Azubimarketingmaßnahmen zur Bewerberansprache genießen Ausbildungsmessen einen zweifelhaften Ruf: Von "sehr gut laufend" und "erfolgreich" bis hin zu "vertane Zeit" und "vergebene Liebesmühe" gehen die gemachten Erfahrungen vieler Unternehmen. Nicht wenige nehmen daher Abstand von diesem Veranstaltungsformat. Zu unrecht, wie ich finde.

Häufig hört man, dass die Schüler wenig Interesse an den Unternehmen und Ausbildungsberufen zeigen würden oder nur schnell durchlaufen, weil sie es von Lehrerseite müssten. So kommen sicherlich wenig fruchtbare Gespräche und ernsthaftes Interesse auf – ohne Frage. Anders verlaufen die Veranstaltungen, wenn man es schafft, die Aufmerksamkeit der Schüler zu gewinnen und Interesse zu wecken. Gut gelungen ist dies auf der "Gewinn-Bau-Messe" in Erfurt, ausgerichtet vom  BIW Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen e. V. auf dem Gelände des Aus- und Fortbildungszentrums Erfurt.

Ein großes Gelände für viele Besucher an diesem Tag.RKW Kompetenzzentrum)

Alleine 611 angemeldete Schüler, einige Eltern und viele weitere Besucher, 61 Unternehmen als Aussteller (große, mittelständische und kleine gleichermaßen), ein umfangreiches Rahmenprogramm mit viel anschaulicher Praxis und Selbstversuchen wurde geboten – und kam an.  Auf dem weitläufigen Gelände und im Freien ebenso wie in einzelnen Hallen verteilten sich die Stände der Unternehmen, und nahezu alle waren gut besucht. Stände der Verkehrswacht etwa mit Fahrsimulatoren waren sogar geradezu belagert: Viele Aussteller waren wirklich kreativ bei ihrem persönlichen Standangebot, alle versuchten, die Schüler mit Aufgaben einzubinden – und es gelang.

Welcher Junge wollte sich da nicht mal versuchen?RKW Kompetenzzentrum)

Zum Rahmenprogramm gehörte unter anderem eine Ehrung im Zusammenhang mit WorldSkills Germany, eine Modenschau, Bogenschießen, "Bau Deinen Burger"-Aktion und und und. So kam es, dass sich erst in der letzten Stunde die Stände leerten und sich die Reihen lichteten. Und wer genau hinhörte oder mit den Organisatoren ins Gespräch kam, erfuhr, dass auch das Fazit in Bezug auf Praktika, Anfragen für Ausbildungsstellen etc. seitens der Unternehmen positiv ausfiel. Erfolgreich? Erfolgreich also!

Entweder zuschauen können oder gleich selbst versuchen – das war vielerorts möglich.RKW Kompetenzzentrum)

Ich hatte die Möglichkeit, während der Veranstaltung mit Karl-Heinz Pfündner zu sprechen. Der Leiter des Aus- und Fortbildungszentrums Erfurt verriet einen Teil des Erfolgsgeheimnisses dieser Veranstaltung: eine umfangreiche und akribische Organisation sowie die Einbindung der Unternehmen. Im Vorfeld wurde dafür Sorge getragen, dass diejenigen Schüler zur Messe kommen, die ein wirkliches Interesse an der Baubranche haben oder sich sogar konkret eine Ausbildung in diesem Umfeld vorstellen können. Dafür sponserten Unternehmen aus Thüringen eigens Busse, damit aus weiterer Entfernung die jungen Menschen trotzdem anreisen und dabei sein konnten. Immerhin gab es Schülergruppen, die 200 Kilometer Anfahrt hatten ... die nimmt man nicht auf sich, wenn es einem nicht ernst ist ...

So hatte man wirklich nur Interessierte beisammen, eine Gewähr dafür, dass eine Ausbildungsmesse funktioniert. Und sie hat funktioniert. Ohne Wenn und Aber.