Digital und plakativ: Auf Azubisuche mit Smartphone und QR-Code

Veröffentlicht: 02.03.2018

Zusammenfassung: Im Rahmen der „Woche der Ausbildung 2018“ wollen wir Sie mit frischen Ideen inspirieren, wie Sie Jugendliche für eine Ausbildung in Ihrem Betrieb begeistern können. Die Kampagnen „Weitersagen“ und „Komm, wie du bist…“ gehen den Weg digital.

Wer durch die beschauliche Hansestadt Wismar läuft, der wundert sich vielleicht über das ein oder andere Plakat. Darauf zu sehen sind teils unbekannte, aber auch bekannte Menschen, über den Mündern klebt ein QR-Code. Was das soll? „Ziel ist es, Jugendliche, also potenzielle Lehrlinge, neugierig zu machen, zu informieren, zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen“, erklärt Tobias Böse von der Kreishandwerkschaft Nordwestmecklenburg-Wismar, der die Ausbildungskampagnen „Weitersagen“ und „Komm, wie Du bist...“ entwickelt hat. Kern des Projektes ist die Ausbildungskampagne „Weitersagen“. In der Kampagne kommen Azubis und Unternehmer gleichermaßen – im wahrsten Sinne des Wortes – zu Wort. In der Ausbildungskampagne „Weitersagen“ werden Azubis, Unternehmer, Ausbilder und Mitarbeiter gleichermaßen eingebunden, um über das Berufsbild, über sich und ihre Firma zu berichten.

Staunen, Smartphone zücken, QR-Code scannen, weitersagen!

Steht der Jugendliche also vor einem dieser Plakate, kann er mithilfe seines Smartphones den QR-Code abscannen. Darauf hin öffnet sich ein Videoclip mit einem Mund. Hält der Jugendliche das Smartphone quer über die QR-Smartphoneschablone, entsteht der Eindruck, dass das Plakat mit einem sprechen würde. So werben die Unternehmer oder Azubis direkt für den Beruf und auch explizit für die Firma.

Authentisch von Kopf bis Fuß – Azubis sind die beste Werbung

„Jugendliche wissen oftmals auch nicht, was sich wirklich hinter dem Berufsbild verbirgt – sei es das des Malers, des Klempners oder des Bäckers. Mit der Kampagne „Weitersagen“ wollen wir Jugendliche aufklären, informieren, neugierig machen – und natürlich im besten Fall an einen passenden Ausbildungsbetrieb vermitteln“, erläutert Böse.
Der Clou beider Kampagnen ist, dass die hinterlegten Mund-Clips getauscht werden können. So kann der Unternehmer oder der Azubi theoretisch jeden Tag etws Neues erzählen – ohne dass das Plakat getauscht werden muss.

„Komm, wie du bist…“: Mit Selfie via WhatsApp bewerben

Das Ganze geht sogar noch einen Schritt weiter. Hinter dem Label "Das Beste am Handwerk" steckt eine weitere Kampagne: „Komm, wie du bist…“, die den Jugendlichen die Hürde nimmt, sich umständlich mit Anschreiben und Lebenslauf zu bewerben. Ein Selfie und drei Sätze genügen fürs Erste, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen. „Durch die Kombination von herkömmlichen Printmedien sowie Smartphone bzw. digitalen Medien werden die potenziellen Azubis direkt angesprochen, sich schnell, unkompliziert und möglichst einfach zu bewerben“, erzählt Böse.
Der Kontakt läuft bei der passgenauen Besetzung von Lehrstellen bei der Kreishandwerkerschaft auf, wo dann weitere Schritte, wie z. B. Termine vereinbart werden. Wichtig ist der erste Kontakt und das eventuelle Fragen schnell und unkompliziert beantwortet werden können. Auf den Plakaten wurde ein Direct-Whatsapp-QR-Code platziert, sodass die Jugendlichen nur noch den Code scannen müssen, um eine WhatsApp-Nachricht zu schreiben.

Erfolgreich vermittelte Lehrstellen durch Ausbildungskampagnen

Jährlich hat die Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg ca. 250 offene Lehrstellen. Im letzten Jahr konnten durch die Plakataktion ca. 30 Lehrstellen besetzt werden. Über die „Komm, wie Du bist…“-Ausbildungskampagne konnte im Laufe des Jahres Kontakt zu über 100 Jugendlichen hergestellt, weitergepflegt und so weitere Praktikas und Lehrstellen vermittelt werden.

Wie geht es weiter?

Weil beide Kampagnen sowie das Label "Das Beste am Handwerk" in der Region so erfolgreich laufen, werden sie nun in Kooperation mit allen Kreishandwerkerschaften sowie den beiden Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern auf das ganze Bundesland ausgedehnt. „Eine bundesweite Aktion ist in Planung, aber noch nicht spruchreif“, erklärt Böse.