Digiscouts-Bundessieger in der Kategorie digitaler Fortschritt

Veröffentlicht: 08.11.2019

Zusammenfassung: Die Ersten werden die Besten sein – jedenfalls in der Kategorie digitaler Fortschritt. Das Pforzheimer Stanztechnikunternehmen mit seinen zwei Azubis war in einer der ersten drei Regionen zu Beginn des Digiscouts-Projekts mit dabei.

Azubis digitalisieren ihren Betrieb – geht nicht? Und ob! Und zwar preiswürdig. Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, übergab gestern in Berlin den Preis für die beste Digitalisierungsidee in der Kategorie „Digitaler Fortschritt“ an zwei Auszubildende der Kleiner GmbH Stanztechnik aus Pforzheim.

In Kooperation mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) lud das RKW Kompetenzzentrum gestern ins Haus der Deutschen Wirtschaft nach Berlin ein, um Auszubildende auszuzeichnen, die weit mehr tun, als einen Beruf zu erlernen: Sie suchen und finden Digitalisierungspotentiale und geben mit ihren – in die Tat umgesetzten – Ideen wichtige Impulse für die Digitalisierung ihrer Ausbildungsbetriebe. Seit dem Projektstart in 2018 sind deutschlandweit insgesamt 360 Digiscouts ins Rennen gegangen. Aus den ersten 70 Projekten wurden zwölf Finalisten und daraus wiederum die Gewinner gekürt. Ausschlaggebend für die Nominierung war nicht, wie disruptiv ein Projekt ist, sondern ob es im Unternehmen nachhaltig zu einem digitalen Fortschritt führt. 

Tablet statt Zettelwirtschaft

Einer der diesjährigen Gewinner-Betriebe ist die Kleiner GmbH aus Pforzheim. Zwei Auszubildende des Stanztechnikspezialisten haben den – bis dahin mit handschriftlichen Aufträgen abgewickelten – Prozess der Materialbestellung digitalisiert und nach erfolgreicher Pilotierung wurde das neue Verfahren großflächig eingeführt. Angebunden an das ERP-System, liefert es jetzt stets aktuelle und fehlerfreie Materialbestände an Lager und Produktion. Das Projekt wird insbesondere wegen des hohen wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Verhältnisses ausgezeichnet und weil es wertschöpfende Prozesse tangiert.

Zu den Digiscouts sagte Frau Büdenbender: Die Teilhabe der Menschen an der Digitalisierung liegt mir sehr am Herzen. Wir sollten alle Perspektiven mit einbeziehen: jung, alt, männlich, weiblich. Wir müssen dafür Sorge tragen, die Menschen von klein auf zu ermächtigen, mit der Digitalisierung und mit deren Auswirkungen umzugehen. Wir müssen Arbeitsplätze sichern und eine Arbeitswelt gestalten, die niemanden zurücklässt. Digitalisierung darf die Gesellschaft nicht spalten.“ 

Hannes Frey, Ausbilder der beiden Gewinner-Azubis der Kleiner GmbH, sagte nach der Preisverleihung: „Ich bin stolz auf meine Azubis. Auf jeden Fall würden wir nochmal am Digiscout-Projekt teilnehmen. Wir haben bereits weiteres Digitalisierungs-Potenzial gefunden und werden höchstwahrscheinlich wieder zwei Azubis anmelden.“