Ausgezeichnetes Gesundheitsmanagement in der Pflege

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Veröffentlicht: 07.09.2020

Projekt: Gesundheit im Betrieb

Zusammenfassung: Pflegende sind oft hohen körperlichen und emotionalen Belastungen ausgesetzt. Wie man als Unternehmen durch Prävention und Gesundheitsförderung die Arbeitssituation verbessern kann, zeigt das Beispiel „Mani Häusliche Pflege“.

Seit 40 Jahren ist das Unternehmen "Mani Häusliche Pflege" aus Lüdenscheid in der Pflege tätig: Mit einem ambulanten Pflegedienst mit 45 Mitarbeitern und zwei Einrichtungen der Tagespflege mit insgesamt 25 Beschäftigten werden über 200 Patientinnen und Patienten versorgt. Die Arbeitssituation zeichnet sich in der Pflege allgemein durch hohe körperliche Belastung wie schweres Heben und Tragen aus aber auch durch emotionale Faktoren (Zeitknappheit, Beziehung zu den zu Pflegenden). Zum Teil kommen Arbeitszeiten in den Randstunden und der Nacht erschwerend dazu.

Den Anfang machte die Familienfreundlichkeit

Da die Beschäftigten für das Unternehmen – gerade in Zeiten eines Fachkräftemangels – der wesentliche Erfolgsfaktor ist, hat die Familie Mani früh erkannt, verstärkt in die Mitarbeiter zu investieren. Als Konsequenz wurde ein ganzheitliches Konzept des Gesundheitsmanagements umgesetzt, was kontinuierlich angepasst und ergänzt wird. Es wird als Teil der Unternehmenskultur gelebt und als wichtige Säule der Fachkräftebindung gesehen.
Begonnen hat es früh mit einer stärkeren Familienfreundlichkeit durch eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung. Beschäftigte mit kleinen Kindern konnten ihre Arbeitszeiten in die für sie möglichen Stunden legen. Aber sind die Kinder aus dem Gröbsten heraus, müssen sie diese begehrten Zeiten für andere Kolleginnen und Kollegen frei geben. Dieser gelebte „Generationenvertrag“ sichert eine hohe Rückkehr junger Eltern nach der Elternzeit. Seit der Anpassung der gesetzlichen Elternzeitregelung ist es zudem üblich und gerne gesehen, dass auch die Väter in Elternzeit gehen.

Der Erfolgsfaktor: Verzahnte Bausteine

Seit 2010 sind weitere Aktivitäten hinzugekommen: Die Beteiligung an einem Firmenlauf, ein Fahrsicherheitstraining oder gemeinsamer Rehasport sind nur einige Bausteine. Wichtig ist es der Geschäftsführerin, alle Bausteine des BGM zu betrachten und zu integrieren. Die Verzahnung aus den drei „klassischen“ Säulen des BGM (Arbeits- und Gesundheitsschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung und Betriebliches Eingliederungsmanagement) mit Personalmanagement und Führung, erhöht die Wirksamkeit der Maßnahmen deutlich.

Wesentlicher Baustein für die Ableitung von Maßnahmen ist die 2-jährig stattfindende Arbeitssituationserfassung. Dafür holt sich das Unternehmen Unterstützung von der AOK. Diese Methode zur Gefährdungsbeurteilung psychischer und physischer Belastungen ist ein hilfreiches Tool, um Wirksamkeit von Maßnahmen zu analysieren aber auch um Schwerpunkte und Handlungsbedarf für die Zukunft abzuleiten.

BGM bei Mani: Ausgezeichnet!

Für die Aktivitäten im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist Mani Häusliche Pflege im März diesen Jahres verdient mit dem 2. Platz des Deutschen Pflegepreises in der Kategorie „Guter Arbeitsplatz“ ausgezeichnet worden. Darüber hinaus ist das Unternehmen seit Jahren zertifiziert als familienfreundlicher Arbeitgeber.

Aber Stillstand kann es im Gesundheitsmanagement nicht geben, damit es gelebt wird. 2020 war durch Corona besonders und die Aktivitäten ruhten. Aber es schon neue Pläne für das kommende Jahr, beispielsweise die Beteiligung an einem Pilotprojekt zur Prävention von Gewalt in der Pflege oder die Weiterbildung zu einem BGM-Lotsen.

Sie benötigen Hilfe bei der Umsetzung eigener Maßnahmen?

Die gesetzlichen Krankenkassen sind gute Ansprechpartner für die Umsetzung von Gesundheitsförderung und -management und unterstützen diese auch finanziell. Informationen, Angebote und Ansprechpartner finden Sie unter www.bgf-koordinierungsstelle.de.