Wie läuft's eigentlich beim "Diversity-Check"?

Veröffentlicht: 13.06.2017

Projekt: Diversity und Chancengleichheit

Zusammenfassung: Warum der INQA-Check mittlerweile „Vielfaltsbewusster Betrieb“ heißt, wie es in der Praxisphase läuft und was wir auf dem #DivSchiff zu suchen hatten, erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag.

In unserem Drittmittelprojekt hat sich in den letzten Wochen und Monaten viel getan. Höchste Zeit also, um Ihnen ein kleines Update zu geben!

Zur Erinnerung: Das RKW Kompetenzzentrum entwickelt seit Ende letzten Jahres in Kooperation mit dem ver.di Bildungswerk Hessen, dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaften (ifaa), der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und der BC GmbH Forschungss- und Beratungsgesellschaft den neuen INQA-Check zum Thema "Diversity und Chancengleichheit". Seit kurzem sind auch das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und das itb offizieller Projektpartner.

Eine Frage beschäftigt uns dabei schon seit Beginn des Projekts: Wie bereitet man das Thema "Diversity" so auf, dass es auch für KMU interessant bzw. relevant ist?

Irgendwie ist das schon ein riesen Thema, aber oft weiß man gar nicht, wie man das Ganze angehen soll

, so ein Unternehmer auf einer Veranstaltung Anfang des Jahres. Und er hat recht! Bislang bezieht sich ein Gros der Management-Literatur und -Konzepte in diesem Bereich vor allem auf größere Unternehmen oder Konzerne und es gibt kaum systematischen Zugang für KMU. Diese Lücke wird der INQA-Check schließen.

Inhaltliche Überlegungen des Checks

Um auf die Bedürfnisse von KMU auch wirklich eingehen zu können, mussten wir allerdings zuerst einmal definieren, was Vielfalt eigentlich bedeutet (keine ganz leichte Aufgabe, wie an anderer Stelle aufgezeigt wird). Letztlich einigten wir uns darauf, unter Vielfalt ganz einfach die vielfältigen Blickwinkel und Fähigkeiten der Beschäftigten zu verstehen. Diese Blickwinkel und Fähigkeiten entstehen durch die Kombination verschiedener sichtbarer und unsichtbarer Merkmale. Jeder Betrieb ist somit bereits vielfältig. Es ist das Ziel des Projekts, mit Instrumenten und Tools dabei zu helfen, ein Bewusstsein für die versteckten Potenziale dieser Vielfalt zu entwickeln und im Betrieb zu verankern. Der zentrale Begriff im INQA-Check wurde deshalb das sogenannte Vielfaltsbewusstsein. Kurzer Hand entschlossen wir uns schließlich, auch den Namen des Checks dahingehend anzupassen.

Wir sind also nun der INQA-Check 'Vielfaltsbewusster Betrieb'

Nachdem Wording und inhaltliche Ausrichtung des Checks mittlerweile geklärt sind, geht es nun darum, unsere Ansätze zu überprüfen und die Themenbausteine des Checks mit weiteren Anregungen aus der Praxis zu veranschaulichen. Erfreulicherweise stießen wir mit unserer Herangehensweise bei den Unternehmen bisher meist auf offene Ohren und man bestätigte uns, dass wir auf dem richtigen Dampfer sind.

Themeninsel auf dem #DivSchiff

Apropos Dampfer: Ein Highlight der letzten Wochen war definitiv die RKW Schiffstour „Ab vom Main-Stream“. Um möglichst viel Feedback und Einschätzungen aus der Praxis zu gewinnen, sind wir gegenwärtig auf der Suche nach Diversity-Interessierten für Workshops und nach Pilotunternehmen, die die aktuelle Version testen. In regelmäßigen Projekttreffen wird das dort gewonnene Feedback dann in den Check eingearbeitet. Welche Gelegenheit könnte sich besser dafür eignen, mit interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen, als wenn über 100 Menschen den deutschen Diversity-Tag auf dem #DivSchiff feiern? Keine. Deshalb waren wir auch kürzlich mit einer Themeninsel auf der RKW Veranstaltung "Ab vom Main-Stream" vertreten. Die unternehmerischen Erfolgsgeschichten mit und wegen Vielfalt bestärkten uns auch in unserem inhaltlichen Ansatz. Eine blinde Psychotherapeutin traf es auf den Punkt:

Es sollten nicht immer einzelne Merkmale, sondern die Fähigkeiten der Mitarbeiter im Vordergrund stehen

Wo wir sonst noch anzutreffen waren

Doch auch auf dem Festland gab es zahlreiche Veranstaltungen und Events, auf denen wir das Projekt vorgestellt und die Herangehensweise an das Thema Vielfalt in KMU erklärt haben. Hier ein kurzer Überblick:

  • Creative Hub der Wirtschaftsförderung Frankfurt
  • Frühjahrskongress der GfA in Zürich
  • Plenum der Offensive Mittelstand
  • Webinar "Stammbelegschaft mitnehmen - Vorurteilen im Betrieb begegnen" des DIHK-Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge
  • Workshop "INQA-Check Vielfaltsbewusster Betrieb" beim IFOK in Bensheim
  • Veranstaltung "Fachkräfte aus dem Elsass finden und binden" des Welcome-Centers Freiburg
  • Veranstaltung "Generationenbilder und Digitalisierung" des ddn in Stuttgart

Die Idee des Vielfaltsbewusstseins veranlasste uns außerdem, darüber nachzudenken, in welchen Situationen im Betrieb dieses zur besseren und erfolgreicheren Zusammenarbeit führen könnte. Heraus kam ein spannender Fachartikel zum Thema Leistungsfähigkeit und Vorurteile, welcher als Handlungshilfe für KMU im Umgang mit Stereotypisierung am Arbeitsplatz veröffentlicht wurde.

Wie geht es weiter?

Im Fokus des Projektteams steht in den kommenden Monaten nun vor allem die angesprochene Erprobung des Checks in den Pilotbetrieben. Hier wird sich zeigen, ob das Instrument den gewünschten Effekt "Sensibilisierung ⇒ Aktivierung" erzielt und den Unternehmen aufzeigt, wo und wie sie von einer vielfältigen Belegschaft profitieren können.

In der zweiten Jahreshälfte wird das Praxisinstrument dann finalisiert, so dass es Anfang 2018 offiziell erscheinen kann.

Interessiert am Projekt?

Wenn Sie noch Fragen zum Projekt haben, mehr zum Thema erfahren, Pilotbetrieb werden oder an einem Workshop teilnehmen wollen, dann melden Sie sich gerne bei uns.