Strategische Personalarbeit – eine Anleitung (zum Scheitern)

Veröffentlicht: 30.11.2016

Projekt: WePstra

Zusammenfassung: Mit diesen sieben Regeln (miss)glückt Ihre Personalarbeit mit Sicherheit!

Mal ehrlich: Wer braucht schon eine Personalstrategie? Das klingt doch nach Luftschlössern. In der Realität der Personalarbeit geht es um ganz andere Dinge. Wir haben mal die sieben wichtigsten Regeln zusammengestellt. Damit sind Sie als Personalverantwortlicher auf der sicheren Seite.

Regel Nr. 1
Wer weiß schon, was morgen ist? Halten Sie sich nicht mit Planungen auf! Personalarbeit ist jetzt!

Es ändert sich doch sowieso ständig alles: Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Märkte – und damit auch die Anforderungen an das Personal. Was heute gilt, ist morgen schon Schnee von gestern. Und mit der Digitalisierung wird das Tempo noch rasanter. Was soll Planen da schon helfen? Personalarbeit heißt vor allem Feuerlöschen und aufpassen, dass kein Flächenbrand entsteht.

Regel Nr. 2
Viel hilft viel: Bleiben Sie am Puls der Zeit!

Active Sourcing, Mobile Recruiting, Ideal Matching, Employee Engagement, Applification, Boomerang Employees… Im Personalmanagement wimmelt es von Trends, auf die man aufspringen muss. Sonst verliert man den Anschluss. Wer im „War for Talents“ zu den Gewinnern gehören möchte, darf keinen Hype auslassen. Natürlich dauert manch anderes dann halt länger oder bleibt liegen. Das ist eben der Preis, den man zahlen muss, um seiner Zeit voraus zu sein.  

Regel Nr. 3
Feel Good für Alle: Das geht nur mit der Gießkanne!

Als Personaler kann man sich bei den Mitarbeitern richtig beliebt machen: Joga-Kurse und Hot-Stone-Massage für die ganze Belegschaft, der Töpferkurs für den IT-Spezialisten, der dreimonatige Arbeitsrecht-Kurs für den Praktikanten und für alle eine tägliche Lieferung an Taschentüchern, falls der Chef mal wieder ausrastet… Jeder Wunsch wird aufgenommen und im Gießkannenprinzip umgesetzt. Genau dafür sind Sie schließlich bei allen Kaffeerunden, Zigarettenpausen und beim Flurfunk dabei. Klar, das ist ein schweißtreibendes Programm. Aber als Personaler ist man eben Feel-Good-Manager. Hauptsache alle Mitarbeiter sind glücklich, der Unternehmenserfolg kommt dann von ganz allein.

Regel Nr. 4
Das Beste ist längst nicht genug: Sie brauchen High-End-Lösungen!

Personaler sind doch Profis. Und Profis brauchen High-End-Lösungen. Je komplizierter, desto besser. Was dazu gehört? Zum Beispiel umfassende Szenarien, die Ihnen sagen, wie die Belegschaft in 50 Jahren ausschaut. Und mindestens 40 Personal-Kennzahlen, die Sie wöchentlich mit Branchen- und Wettbewerberdaten vergleichen. Ein absolutes Muss ist ein computergestütztes Kompetenzmanagementsystem mit gut 175 Kompetenzen und 3.500 Kombinationsmöglichkeiten, auf die alle Mitarbeiter halbjährlich geprüft werden. Und wenn sich da ein kleines Kompetenzdefizit zeigt, hilft ein Weiterbildungskatalog mit 1.000 Kursangeboten – Minimum.

Regel Nr. 5
Kleider machen Leute: Tragen Sie bei den Titeln Ihrer Projekte richtig dick auf!

Egal was drin steckt, nennen Sie einfach alles „strategisch“: strategisches Personalszenario, strategische Personalverwaltung, strategische Bio-Pause…. Das Etikett „strategisch“ macht alles glaubhaft und wichtig. Und was Sie machen ist doch wichtig, oder?    

Regel Nr. 6
Wer Visionen hat, muss zum Arzt. Wenn der Chef eine Personalstrategie will, dann ab damit in die Schublade!

Natürlich kann es vorkommen, dass der Chef doch eine Personalstrategie verlangt. Nun ja, ein solches Hochglanzpapier kriegt man schon irgendwie im stillen Kämmerlein hergestellt. Das Gute ist: Der Chef ist zufrieden und die Personalstrategie kann unauffällig in der Schublade verschwinden. Der Chef hat es ohnehin in wenigen Tagen wieder vergessen. Und die Kollegen müssen Sie ja nicht informieren. Falls das Papierstück dann aber doch mal im Leitungskreis zur Sprache kommt, empfiehlt sich eine gekonnte Weitergabe des Schwarzen Peters, und zwar so: Wie nahe ist der Verkaufsleiter denn schon an den Verkaufszielen? Hat die Produktion ihre Kennzahlen erreicht? Und was ist mit dem Abbau der Lagerbestände? Und der Verringerung der Reklamationsquote? So ist es richtig, sollen doch die anderen erstmal ihre Hausaufgaben machen!

Regel Nr. 7
Ihnen kann nichts passieren: Der Fachkräftemangel ist Ihre Lebensversicherung!

Diese letzte Regel hilft Ihnen aus jedem Schlamassel. Ihr Joker heißt „Fachkräftemangel“. Erfolgskritische Stellen bleiben im Betrieb dauerhaft unbesetzt? Das liegt am Fachkräftemangel. Immer mehr Schlüsselkräfte verlassen den Betrieb? Richtig, es herrscht ein „war for talents“ wegen des Fachkräftemangels. Die millionenschwere Produktionsanlage ist gekauft und in Betrieb genommen, aber keiner kann daran arbeiten? Auch bei den Schulungsreferenten gibt es halt einen Fachkräftemangel. Ein schlauer Personaler nutzt den Fachkräftemangel als seine berufliche Lebensversicherung.

Zugegeben, mit diesen Regeln kann man sich gut vor den eigentlichen Kernaufgaben der Personalarbeit verstecken. Aber eben auch das Unternehmen in mächtige Schwierigkeiten bringen. Wer das als Personalverantwortlicher vermeiden will, konzentriert sich auf die wesentlichen Dinge, die das Unternehmen für seine morgige Existenz wirklich braucht, nämlich

  • das passende Personal
  • zur richtigen Zeit
  • in der richtigen Anzahl
  • am richtigen Ort.

Wie das geht und einfach umsetzbar ist, erfahren Sie unter www.strategische-personalarbeit.de!