Azubisuche mal anders: Betriebe bewerben sich bei Jugendlichen

Veröffentlicht: 10.02.2017

Zusammenfassung: Keine passenden Azubi-Bewerber? Eine Website bietet Unternehmen eine Möglichkeit zur aktiven Suche in tausenden Profilen.

Immer mehr Betriebe klagen über wenige und qualitativ weniger gute Bewerber für ihre Ausbildungsplätze, und sie suchen nach Wegen, die passenden Kandidaten zu finden. Die Plattform www.azubis-suchen.de ermöglichst einfach und vor allem kostenlos das "active sourcing", das große Unternehmen für gesuchte Fachkräfte schon länger betreiben.

Wie das geht, beschreibt der kurze Video-Clip:

Erfolgreich seit 2012

Genial einfach ist die Idee: Die Ausbildungsinteressierten stellen ein Profil von sich online - das kennen die Jugendlichen aus den sozialen Medien. Im letzten Jahr waren es 6.984 Jugendliche deutschlandweit, die so sich präsentierten. Die Unternehmen, die sich registriert haben - 450 im letztem Jahr - können die Profile filtern und dann direkt Kontakt aufnehmen zu interessierten Kandidaten. Initiator Martin Triebel weiß, dass es in der Mehrzahl kleine Betriebe sind, aber natürlich auch ein paar Konzerne, die die das kostenlose Angebot nutzen. Zehn bis 15 Prozent seien freie Berufe wie Rechtsanwälte.

Und was bringt es? Martin Triebel berichtet, es gebe ein Feedbackfomular. aImmerhin 40 erfolgreiche Vermittlungen wurden so im letzten Jahr gemeldet, aber die Dunkelziffer sie hoch.

Noten spielen beim Matching keine Rolle

Die Idee zu einer solchen Plattform kam Initiator Martin Triebel bei einer Autofahrt nach Hause. Im Radio tönte mal wieder ein Beitrag über Fachkräfteengpässe. Als Lehrer hat er aber täglich mit jungen Menschen zu tun, die Schülerpraktika oder Ausbildungsstellen suchen. Doch immer wieder hörte er von seinen Schülern, dass Unternehmen nur an Noten interessiert seien, nicht aber an ihren Interessen und Fähigkeiten. So mancher handwerklich begabte Schüler schrieb unzählige Bewerbungen – und dennoch blieb das Tor zum Schülerpraktikum oder zur Ausbildungsstelle wegen einer mittelmäßigen Mathe- oder Deutschnote versperrt. Das wollte Martin Triebel ändern.

Bei "Azubis suchen" stehen darum Lieblingsfächer sowie Fähigkeiten und Interessen im Zentrum. Die Jugendlichen schätzen sich selber ein, das Selbstbild wird ergänzt durch einen kleinen psychologischen Test (Fremdbild). Nach diesen Fähigkeiten und Interessen in den Profilen können die Unternehmen gezielt suchen und erhalten so Azubi-Vorschläge, die zu ihren Erwartungen passen.

Als attraktiver Ausbildungsbetrieb überzeugen

Wer bei "Azubis suchen" einen passenden Kandidaten für sein Ausbildungsangebot gefunden hat, muss sich aber bewusst sein: Auch andere Unternehmen werden um den Kandidaten werben. Eine unpersönliche E-Mail, die nur zur Abgabe von Bewerbungsunterlagen auffordert, reicht nicht. Vielmehr muss man als attraktiver Ausbildungsbetrieb überzeugen. Wie das gelingen kann, ist beispielsweise regelmäßig Thema unserer Unternehmenswerkstätten und dieses Fachkräfte-Blogs