(…) Viele Azubis mussten von zuhause arbeiten und alles unter einen Hut bringen. Durch das Projekt haben sie aber gezeigt, dass sie in dieser Hinsicht schon sehr fit sind, fitter als wir Ausbildende könnte man schon fast behaupten, so eine Ausbilderin im Talk.

 

Vergangene Woche Mittwoch, am 28. April 2021, präsentierten die Azubis aus den fünf Unternehmen:

  • Bayernwerk Netz GmbH
  • HiPP GmbH und Co. Vertrieb KG
  • Lowa Sportschuhe GmbH
  • Nadler Straßentechnik GmbH
  • Stahl Computertechnik GmbH

ihre Digitalisierungsprojekte und feierten damit – nach sechs Monaten Projektarbeit – auch ihren Projektabschluss bei Digiscouts® in der Region Pfaffenhofen. 
Und so viel sei bereits an dieser Stelle gesagt: Die Projekte kamen in den jeweiligen Ausbildungsunternehmen so gut an, dass mit dem gefeierte Projektabschluss der Startschuss für weitere Digitalisierungsprojekte in den Unternehmen gefallen ist.

Dass ein „Azubi-Projekt“ – trotz, Pandemie, Homeoffice und Homeschooling – im eigenen Ausbildungsunternehmen so viel bewirken und bewegen kann, hätte wohl keiner der 18 Auszubildenden gedacht, als Digiscouts® im Herbst 2020 remote an den Start ging. Umso schöner war es mit den Azubis über ihre Erfahrungen und Erlebnisse der letzten sechs Monate zu sprechen und einen Einblick in ihre Projekte und deren Umsetzung zu bekommen. Dabei erfuhr das Publikum beispielsweise, wie die Teams ihre Entscheidung hinsichtlich der Projektleitung ausgehandelt und getroffen haben oder was sie beim nächsten Projekt anders machen würde. Mehr als 90 Zuschauende verfolgten via Livestream die digitale Abschlussveranstaltung. 

Es wurde offen über erlebte Erfolge und neue Erfahrungen sowie auch über Hindernisse und Herausforderungen gesprochen. Im Talk mit den Ausbildenden wurde deutlich, wie herausfordernd die Gestaltung der Ausbildung aufgrund der Pandemie ist und wo die Grenzen von Homeoffice und Homeschooling liegen. Die Anforderung an die Azubis sich über unterschiedliche Systeme zu verständigen, zu organisieren und zugleich ein internes Netzwerk aufzubauen und zu pflegen – das weitere Mitarbeitende im Kontext der Projektarbeit miteinschließt – war keineswegs leicht. Ebenso auch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, die in vielen Projektteams eine zentrale Rolle spielen. Aufgrund dessen, dass einfach nicht alle Azubis zwangsläufig einen Firmentelefonanschluss besitzen oder aus dem Homeoffice nur einen eingeschränkten Zugang zu diversen Informationen haben, wurden „Workarounds“ als temporäre Lösung erfunden. Wie etwa, dass dann doch das private Smartphone für das eine oder andere Telefonat mit dem Dienstleister zum Einsatz kam.

Die Vereinbarkeit von Projekt, Schule (auch Prüfungsvorbereitung) und Alltaggeschäft wurde ebenfalls von den Ausbildenden als eine weitere Herausforderung angebracht. Im selben Atemzug wurde den Azubis aber auch ganz viel Respekt gezollt, nämlich dass die jungen Menschen diese Herausforderungen so gut gemeistert und sich vor allem nicht entmutigen lassen haben.

Wenngleich sich die Projektumsetzung und die Ehrung der Auszubildenden größtenteils in einem digitalen Raum mit viel Distanz abspielte, ist dennoch die Anerkennung und Honorierung der Ausbildenden für ihre Leistung und ihr Engagement nicht nur erkennbar sondern auch – trotz Livestream – erkennbar und spürbar.

Wir vom RKW sagen nicht nur herzlichen Glückwunsch liebe Digiscouts, sondern auch danke an Coach Josef Wissinger vom RKW Bayern e.V., danke an Lisa Sutter die als regionale Partnerin von KUS – Kommunalunternehmen Strukturentwicklung Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm – das Projekt regional ermöglicht und mitbegleitet hat und danke auch an unsere Gäste Albert Gürtner, Landrat Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm, Johannes Hofner, Vorstand KUS Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm und Elke Christian, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ingolstadt.

Die fünf Projekte aus Pfaffenhofen

„azubi place – Die App von Azubis für Azubis“

Im Rahmen des Digiscouts-Projekts führen die Azubis von Bayernwerk Netz GmbH den „azubi palace“ ein; eine Art Azubi-Intranet in Form einer App, die im Hintergrund mit anderen Applikationen verbunden ist und somit eine Vielzahl von Funktionen bietet. Die bisher existierenden Unklarheiten über die Frage des richtigen Ansprechpartners oder den aktuellen Stand von wichtigen Themen soll durch das neue Kommunikations- und Organisationstool beseitigt werden. Die Funktionen beinhalten mitunter einen Chat, einen Kantinenplan, einen Organisationsbereich für Fahrgemeinschaften und nicht zuletzt die Möglichkeit Feedback zu den vom Betrieb angebotenen Azubi-Kursen zu geben. Durch die Integration eines Forums sollen alle Azubis die Chance erhalten sich untereinander zu vernetzen und bei Bedarf Fragen zu stellen. Insgesamt wird durch den „azubi palace“ der organisatorische Alltag der Azubis erleichtert, indem mehr Transparenz und vereinfachte Abläufe ermöglicht werden.
 

„Digitales Berichtsheft für Kaufleute“

Das Azubi-Team von HiPP GmbH und Co. Vertrieb KG nahm das Digiscouts-Projekt zum Anlass ein digitales Berichtsheft für den kaufmännischen Ausbildungsbereich einzuführen. Diese zeitgemäße Version des Berichtshefts ermöglicht eine einfachere Korrektur und Kontrolle der Hefte und verkürzt die Informations- und Kommunikationswege zwischen den Ausbildenden und den Azubis. Darüber hinaus profitieren die Azubis von der Möglichkeit das Heft ortsunabhängig führen zu können, während die Übersichtlichkeit einen Nutzen für die Ausbildenden darstellt. Abschließend ist das Einsparen von Papier im Zuge des nachhaltigen Umgangs mit den Ressourcen zu nennen.
 

„Bargeldloses Zahlungssystem“

Bargeld war gestern. Im Zuge des Digiscouts-Projekts vereinfachen die Azubis der Lowa Sportschuhe GmbH die Bezahlvorgänge in der Kantine und führten ein bargeldloses Zahlungssystem mittels Chips ein. Diese Chips können an Automaten wie eine Prepaid-Karte aufgeladen und an der Kasse zum unkomplizierten und schnellen Bezahlen verwendet werden. Ein weiterer Vorteil dieses System ist, dass es jedem Mitarbeitenden in und außerhalb der Kaninen Schutz vor Diebstahl bietet und insgesamt die Zufriedenheit der Belegschaft steigert.
 

„Digitaler Lieferantenkalender“

Das vierköpfige Digiscouts-Team der Nadler Straßentechnik GmbH führt im Zuge ihres Projekts einen Lieferantenkalender für ihre LKW-Fahrer ein, um die zeitliche Organisation der Lieferungen an der Anlieferstelle zu verbessern. Über einen Webkalender und den im Hintergrund eingerichteten internen Kalender können Fahrer einen Zeitslot für ihre Lieferung – und bei Bedarf auch eine Laderampe – buchen. In der Vergangenheit war es durch die zeitlich überschneidende Ankunft der Fahrer häufig zu Verzögerungen beim Abladen der Ladung gekommen. Durch die bessere Organisation fallen die unnötigen Wartezeiten weg und der gesamte Ablauf wird stressfreier und effizienter.
 

„QR-Code als vielseitige Schnittstelle“

Eine Idee, vielfältige Anwendungen. Diesen Ansatz verfolgte das zweiköpfige Azubi-Team von Stahl Computertechnik GmbH mit der Einführung von QR-Codes in Kombination mit einer hierfür eigens programmierten Schnittstelle. Der Vorteil dieser Idee lag sowohl bei der Neustrukturierung des Kundenservices als auch bei der Optimierung von internen Prozessen. Insbesondere die Kundschaft profitiert von der technischen Neuheit, da sie durch die an den Produkten angebrachten QR-Codes unkompliziert mit dem Service in Kontakt treten oder über eine Webanwendung eine Reklamation durchführen können. Doch auch die internen Abläufe werden effizienter und transparenter. So wird ein QR-Code an einem Gegenstand angebracht, sodass beim Scannen des Codes automatisch die hinterlegten Aufträge an die richtige Anlaufstelle geschickt werden. Im Pilotprojekt Kaffeemaschine könnte z. B. eine Mitteilung mit dem Status "Kaffee ist leer" verschickt werden, sodass der Kaffee nachgefüllt werden kann. Derart automatisierte Arbeitsprozesse schaffen in zahllosen Anwendungsbereichen Effizienz und Transparenz.